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Kommentare

  1. Hallo Veli,
    danke dafür, dass Du Deine Meinung hier veröffentlicht hast. Ich teile einige Teile Deiner Meinung. Jedoch habe ich einige Probleme mit Deiner Vermutung über die eBook-Leser.

    Erst einmal ist es ganz emotionslos gesehen egal, wo Buchstaben, Wörter, Sätze und Absätze drauf stehen. Sei es auf Papier, auf einem Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, auf einer Tafel oder auf einem Blechschild – es geht immer um irgend welche Information. Wenn diese Information gelesen wird und beim Leser richtig angekommen ist, ist das Ziel erreicht.

    Mit den Emotionen ist so eine Sache, darüber kann man streiten oder nicht. Auch gibt es bei traditionellen Lesern, die mehrere Bücher parallel lesen. Aber anderseits bei Ebook-Lesern gibt es Leser, die eher Buch sequenziell lesen – wie ich zum Beispiel. Nur wenn ich Recherche betreibe – sowohl bei der wissenschaflichen Arbeit als auch neuerdings für die journalistische Arbeit – lese ich mehrere Bücher gleichzeitig. Diese allerdings lese ich auch nicht immer von vorne nach hinten, sondern ich suche mir die Kapitel oder Passagen heraus, die ich für die Arbeit benötige.

    Es ist richtig, dass gedruckte Bücher viel weniger kosten als ein Lesegerät und wer wird ein am Strand liegendes Buch schon klauen. Da ist wohl die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass ein Kindle oder ein Tolino geklaut wird. Andererseits gibt es ja auch sehr wertvolle Bücher mit goldenen Lettern… ;)

    Bevor ich mir ein Buch kaufe, schaue ich mir erst einmal an, worum es in dem Buch geht, überfliege die Inhaltsangabe (bei Lehr- und Sachbüchern) und lese mir die Rezensionen anderer Leser. Häufig lese ich mir auch einige Passagen durch um mir den Schreibstil des Autors anzusehen. Wenn ich mir das Buch aber erworben habe, lese ich mir das Buch auch. Aber ich gebe Dir Recht, dass nicht alle Leser so vorgehen. Wenn ich mir zum Beispiel einige Rezensionen bei Amazon durchlese, da steigt mein Blut in den Kopf. Einer schrieb über das Buch “Das geraubte Leben des Waisen Jun Do” von Adam Johnson eine harsche Kritik. Das Buch sei eine Enttäuschung, und er vermutet, dass der Autor keine Ahnung von Nordkorea hätte und stellt seine Person über die Juroren des Pulitzer-Preises. Da hätte man doch ein paar Minuten mehr Zeit nehmen sollen, bevor man das Buch kauft.

    Das Problem EBooks zu verleihen oder zu verschenken, sehe ich nicht als Problem an. Zumindest ist das kein technisches Problem, sondern ein politisches und emotionales Problem. Es gibt durchaus gute technische Ansätze auch EBooks zu verleihen (an den Uni-Bibliotheken wird das problemlos durchgeführt). Probleme gibt es wegen Rechteinhabern, die vor finanziellen Verlusten durch Raubkopien Angst haben. Daher wird die Verleihfunktion kaum angeboten. Ich habe gelesen, dass in den USA so etwas möglich sein soll. Mit dem Verschenken dürfte ebenfalls technisch kein großes Problem sein. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Anbieter techsniche Lösung dafür haben. Zumindest kann man heute nur über Geschenkgutschein EBooks verschenken.

    Und wenn Du argumentierst, dass ein EBook gar kein Cover hat und somit kein Gesprächstoff bietet. Naja, das möchten manche Leute auch gar nicht. Wenn sie im Zug lesen, wollen sie ungestört weiter lesen und nicht von seinem Gegenüber bequatscht werden um zu Quatschen kann man ja auch in die Kneipe gehen. ;)

    Im Übrigen möchte man manchmal nicht, dass sein Platznachbar es erfährt, was man liest. Aber das passiert auch bei einem EBook. Vor wenigen Wochen stand ich bei einer Postfiliale in der Schlange. Vor mir stand eine junge Frau mit einem EBook und las darin. Ich konnte einige Zeilen erhaschen und wußte sofort, dass es sich um die englisch Fassung von “Fifty Shades of Grey” handeln mußte…

    Aber eine Sache gebe ich Dir zu, worin ein Buch unschlagbar ist. Es ist physisch vorhanden! Auch wenn man das Buch nicht gelesen hat, kann man damit ein wenig brüsten. Ich würde auch von einem Besitzer einer großen Buchsammlung wie Umberto Eco großen Respekt bekommen.

    Ich denke jedoch, dass trotz des EBook-Hypes die gedruckten Bücher nochfür lange Zeit bleiben werden. Ich vergleiche das mal so: Viele Leute gehen immer noch gerne ins Kino, obwohl überall Blurays und Streaming-Dienste im Internet gibt. Die Gründe sind weil wir alle Menschen wohl Emotionen haben. Daher werden Bücher und Kinos noch lange leben.

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