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Kommentare

  1. Eine spannende Frage, denn eine einheitliche Definition von Journalismus gibt es ja derzeit tatsächlich nicht. Ich lese bei euch auch einige Ansätze heraus, die mir aus dem Studium und der dazugehörigen Literatur sehr bekannt vorkommen ;-)
    Was Journalismus eigentlich ist, lässt sich ja auch immer schwieriger eingrenzen. Durch Blogs, Twitter, Podcasts, etc. gibt es vieles, was in einer Grauzone schwimmt. Zumindest das reine Unterhaltungselement würde ich aber einmal ausklammern.
    Am besten gefällt mir wohl die Definition von Debora, finde die Spiegelmetapher (ist die von Luhmann?) zur Selbstbeobachtung der Gesellschaft ziemlich aussagekräftig.

  2. Gemein haben alle drei Definitionen Elemente der : Objektivität/Neutralität, Ehrlichkeit, des Informierens, Erläuterns, Erklärens. Dem würde ich mich anschließen.

    Für mich stellt sich an der Stelle gleichzeitig auch die Frage: Wie IST Journalismus denn heutzutage? Ist er neutral/objektiv usw. Oder nicht viel mehr sehr subjektiv, wertend. Und das nicht nur in einschlägigen Zeitungen. Aber ist es denn wirklich möglich so objektiv zu berichten, auch wenn man persönlich ganz anderer Meinung ist? Kann ein Medium, das mehr rechts eingestellt ist genauso neutral über eher linke Partein berichten und umgekehrt. Gibt es wirklichen neutralen, objektiven Journalismus, oder fließen nciht immer auch persönliche Ansichten, wenn vllt. auch unterschwellig mit ein? [bei Blogs, Twitter und co noch viel mehr als ind rennomierten Tages-/Wochenzeitungen)? Das finde ich sehr spannende Fragen…

  3. Tatsächlich, eine interessante, herausfordernde Frage. Ehrlichkeit und Unabhängigkeit würde wohl jeder nennen. Leider fällt dies, zum Beispiel bei den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland, zum großen Teil hinten runter…

    Ein Punkt, der mir fehlt, ist die Fairness und Ausgewogenheit der Berichterstattung, d.h. dass man versucht möglichst viele Stimmen zu Wort kommen zu lassen, um einen ausgewogenen Bericht zu haben. Dies wird auch nicht mehr gelebt, denn Journalisten der ö-r-Anstalten servieren fix und fertige Meinungen, oftmals hochgradig einseitig, suggestiv und manipulativ. Wird ein Ausländer (neudeutsch Migrant…) von einem Deutschen verprügelt, läuft das in der Tagesschau, wird ein Deutscher von einem Ausländer halb tot geschlagen, interessiert das außer den Angehörigen des Opfers fast niemand, u.U. erscheint das nicht einmal in der Lokalpresse. Oder, wenn sich irgendwo 50 NPD-Hanseln zusammenrotten gibt die Tagesschau von ihren 15 Minuten 2-3 dafür her. Wenn aber hochgradig gewaltbereite Linksextremisten Monatelang im Raum Berlin Anschläge verüben (Autos anzünden, Bahn usw.), wird das in Nebensätzen erwähnt, verharmlost usw.

    Was ich damit sagen will: Grundsätze des Journalismus, wie ich sie eigentlich als Bürger erwarte, werden außer acht gelassen. Dennoch wird einem das ö-r-Medienangebot allerorten als „Qualitätsjournalismus“ verkauft. Davon sind diese Angebote jedoch MEILENWEIT entfernt.

    Eine gesunde politische Meinungsbildung, ohne über kurz oder lang einseitig zu werden, ist in Deutschland nur noch unter großem eigenen Aufwand des „Medienkonsumenten“ möglich.

    Würden die oben genannten Grundsätze eingehalten, von denen, die sich von berufswegen so nennen, es würde hierzulande medientechnisch fairer, ehrlicher und ausgewogener zugehen.

    Gott sei Dank gibt es aber in durch viele Blogger und kleinere – und wirklich unabhängige Medien – durchaus viele Möglichkeiten. Jedoch, jeder muss selbst aktiv werden bei seiner Meinungsbildung!

  4. @Huge Freut mich, dass dir meine Definition gefallen hat. Ja, die Spiegelmetapher ist von Niklas Luhmann (was mir aber im Moment des Schreibens nicht so bewusst war).
    Ich finde diese Metapher auch sehr stark. Trotzdem glaube ich, dass Journalismus mehr tun muss als „nur“ die Gesellschaft zu spiegeln. Denn wenn das alles wäre, würden wir ja immer nur sehen, was ist und nie, was sein kann.

    @Kelaja 100%tig objektiven Journalismus gibt es meines Erachtens nicht, solange die journalistischen Produkte von Menschen hergestellt werden (was hoffentlich immer der Fall ist).
    Aber es gibt klare Regeln in diesem Metier. z.B. dass man Fakten und Kommentar für den Leser sichtbar/verständlich voneinander trennt. Daran halten sich allerdings nicht alle Journalisten (um nicht zu sagen sehr viele).
    Neutral zu berichten ist sicher schwer (denn die meisten Menschen haben zu den meisten Dingen eine Meinung), in vielen Fällen die richtige Form des Berichtens, aber auch nicht immer wünschenswert.
    Ich finde, dass Kommentare genauso wie der so genannte „Anwaltsjournalismus“ ihren berechtigten Platz haben. Allerdings sollten derartige Beiträge immer auch als solche zu erkennen sein.

    @David Decker Der „Ist-Journalismus“ ist sicher weit vom „Soll-Journalismus“ entfernt.
    Dass es gänzlich unabhängige Medien gibt bezweifle ich allerdings. Denn jedes durchschnittliche Medienunternehmen muss mit seinen Produkten auch Geld verdienen (abgesehen von Bloggern oder Organisationen, die Information kostenlos zur Verfügung stellen (wollen) – auch das heißt nicht, dass sie vollkommen unabhängig sind).

  5. Zunächst einmal möchte ich noch einen Aspekt ergänzen, der von uns in der Form nicht an- bzw. ausgesprochen wurde: Journalismus bedeutet für mich auch ganz schlicht, eine Geschichte zu erzählen. Seine Erlebnisse, Erfahrungen, Eindrücke und Ergebnisse mit anderen teilen, an andere weitergeben. Um das widerzuspiegeln, was in der Welt – und in einem drin – passiert.

    Ich lese bei euch auch einige Ansätze heraus, die mir aus dem Studium und der dazugehörigen Literatur sehr bekannt vorkommen ;-)

    @ Huge: Sicher erfinden wir mit unseren Definitionen das Rad nicht neu. Und das müssen wir auch gar nicht, weil es ja schon vor uns einige kluge Menschen gab, die sich genau über diese Frage viele Gedanken gemacht haben. Das Spannende ist nur, was in einem hängen bleibt. Was für einen persönlich wichtig ist. Unsere Definitionen sind somit natürlich auch subjektive Definitionen, da sie den ein oder anderen Schwerpunkt betonen und andere – ebenfalls wichtige Aspekte – vielleicht weglassen oder zu kurz kommen lassen.

    Gemein haben alle drei Definitionen Elemente der : Objektivität/Neutralität, Ehrlichkeit, des Informierens, Erläuterns, Erklärens.

    @ Kelaja: Elemente der Objektivität sollten bei gutem Journalismus (im Allgemeinen) vorhanden sein, ja. Aber nicht nur. Wie Debora schon gesagt hat: Es gibt auch wertenden Journalismus, etwa bei Kommentaren. Dort ist Meinung ausdrücklich erwünscht. Gleiches gilt für Kinokritiken und Buchrezensionen – da will niemand eine möglichst objektive Analyse lesen, sondern die Meinung des Autors wissen. Taugt das Buch was? Ist der Film sehenswert? …

    Auch beim „Anwaltjournalismus“ ist man nicht objektiv. Man ist häufig persönlich motiviert, möchte etwa Minderheiten schützen oder verteidigen. Die Form der Darstellung kann ein objektiver Bericht sein (der sehr wirkungsvoll sein kann, wenn er denn fair geschrieben ist und beide Seiten darstellt) oder ein Kommentar mit exzellenten Argumenten oder eine emotionale Reportage, die unter die Haut geht und berührt.

    Du siehst: Es gibt hier nicht nur objektiv vs. wertend und schon gar nicht Journalismus vs. XY (Blogger?). Die Grenzen verschwimmen immer mehr – umso wichtiger ist es, möglichst transparent zu sein und klar zu kommunizieren, um was für eine Art Text es sich handelt. Damit der Leser das auch weiß und richtig einordnen kann.

    Grundsätze des Journalismus, wie ich sie eigentlich als Bürger erwarte, werden außer acht gelassen. Dennoch wird einem das ö-r-Medienangebot allerorten als “Qualitätsjournalismus” verkauft. Davon sind diese Angebote jedoch MEILENWEIT entfernt.

    @ David Decker: Auch hier kann ich Debora nur beipflichten: „Der “Ist-Journalismus” ist sicher weit vom “Soll-Journalismus” entfernt.“ – Das sind zwei paar Schuhe und sollte uns nicht daran hindern, ein Ideal zu formulieren – damit wir uns daran orientieren und messen lassen können.

    Aber zu deinem Absatz oben eine Anmerkung: Meiner Wahrnehmung nach sind die ö-r-Medienangebote im Schnitt qualitativ hochwertiger als die privaten Anbieter. Ich bin daher froh, dass wir die öffentlich-rechtlichen Angebote haben und wollte nicht darauf verzichten. Sie sind unabhängig von Werbung und somit nicht (so stark) gegenüber der Wirtschaft / den Wirtschaftskonzernen befangen (nur ein Vorteil von vielen).

    Auch möchte ich anmerken, dass die Medienlandschaft in Deutschland trotz Defizite noch deutlich besser ist, als in vielen anderen Ländern, wo es kaum bis keine Pressefreiheit gibt (man denke nur an China oder Nordkorea). Wir meckern also insgesamt auf hohem Niveau, wenn wir etwa die ö-r-Medienangebote als „meilenweit entfernt“ von Qualitätsjournalismus bezeichnen.

    Dann noch ein dritter und letzter Aspekt: Was verstehst du unter „Qualitätsjournalismus“? Wenn jemand z.B. darunter versteht, stets der erste zu sein, müsste man Spiegel Online als Qualität bezeichnen. Wenn jemand darunter versteht, möglichst viele Menschen mit einer leicht verständlichen Sprache zu erreichen, müsste man BILD als Qualität bezeichnen. Sicher, viele verstehen unter Qualität etwas anderes. Aber es ist wichtig, dass wir definieren, was wir darunter verstehen, damit man von dem gleichen redet.

    Fazit – und da schließe ich mich dir vollkommen an:

    Jedoch, jeder muss selbst aktiv werden bei seiner Meinungsbildung!

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