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Kommentare

  1. Interessant, wie sich die Eindrücke unterscheiden: Ich hatte durchaus das Gefühl, dass in der Dokumentation scharf kritisiert wird (beispielsweise im Fall der Flatrates, wo wirklich klar gesagt wurde, dass es sich um ein für den Betreiber rentables Modell handelt, unter dem aber viele Prostituierte zu leiden haben).

    „Was die ARD vergessen hat?“ sehe ich hingegen ganz genauso: Bei Zwangsprostitution hat sich der Beitrag sehr zurückgehalten und die Beantwortung der „Schuldfrage“ hat ebenfalls viel zu kurz gegriffen.

  2. Wo sind die offiziellen Zahlen, daß 60% Zwangsprostituierte sind? Warum werden nur Stellen befragt, die gegen Prostitution sind? Warum werden nicht die gut organisierten Sexworker selber befragt (www.sexworker.at)? Warum nicht die Beratungsstellen, die Pro-Prostitution sind?
    Und warum meinen immer alle, sie könnten darüber was schreiben, die mit der Szene nichts zu tun haben?
    Und, zum Nachdenken: wenn ich über die Zustände in Zahnarztpraxen und deren Kundschaft schreiben wollen würde – da würde ich mir nur die schlecht organisierten Praxen vornehmen, die Kunden mit schlechten Zähnen haben oder wo eine Zahn-OP schief ging.
    Ist so wie mit der Rumänin, die unter schlechten Bedingungen arbeitet.

  3. @uschifick

    1. Zunächst einmal haben wir in unserem Artikel nicht behauptet, dass 60% der Prostituierten Zwangsprostituierte sind. Wir haben darauf hingewiesen, dass mindestens 60% der in Deutschland tätigen Prostituierten aus dem Ausland kommen (woher diese Zahlen stammen, siehst du, wenn du auf die Verlinkung klickst!). Gleich im nächsten Satz haben wir darauf hingewiesen, dass die Herkunft nicht mit Zwangsprostitution gleichzusetzen ist.
    2. Deine Kritik, dass nicht Pro-Prostitution-Akteure befragt wurden, finden wir in diesem Fall nicht ganz berechtigt. Denn genau das war ja unser Aufhänger für diese Kritik. In der ARD-Dokumentation wurden unseres Erachtens nämlich schwerpunktmäßig gerade Akteure zitiert, die Pro-Prostitution sind. Mit unserem Artikel wollten wir auf die andere Seite hinweisen, die unserer Meinung nach zu kurz kam.
    3. Was deinen letzten Punkt mit dem Zahnarztpraxis-Beispiel angeht: Jeder, der sich etwas intensiver mit der Prostitutions-Problematik beschäftigt, wird schnell feststellen, dass offizielle Zahlen fehlen. Es ist also ebenso wenig bewiesen, dass die Mehrheit der Bordelle ein angenehmes Umfeld für in der Prostitution tätige Frauen schafft bzw. für menschenwürdige Bedingungen sorgt.

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