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Kommentare

  1. Inhalte werden nicht nur von den Veröffentlichenden geschaffen. Das Volk bekommt auch, was das Volk fordert und es will mehr – mehr Unterhaltung, mehr haben. Ob am Anzeigenmarkt oder am Leser orientiert, würde das etwas am Inhalt ändern? Das mag zynisch klingen. Doch vielleicht haben die vorherrschenden Wert- und Moralvorstellungen hier und jetzt diesen Spott verdient.
    Es gibt sie dennoch, die guten Inhalte, die zum Nachdenken bringen und es gibt sie auch, die Menschen, die, ihren Gedanken folgend, auch ihre Handlungen im Alltag anpassen.
    Ich würde also hinzufügen: Mehr “Journalismus muss echter, ehrlicher und authentischer werden.”
    Danke für diesen Artikel!

    • Vielen Dank für deinen Kommentar, David. So gesehen könnte man tatsächlich daran zweifeln, ob die Orientierung am Leser wirklich besser als die am Anzeigenmarkt wäre. Dennoch: Die Orientierung am Anzeigenmarkt ist ganz bestimmt nicht besser.

      Das Grundproblem, das ich und viele andere derzeit mit dem gegenwärtigen Journalismus haben, wird an dieser Frage – die Kernfrage meines Artikels – deutlich: “Wann haben wir das letzte Mal etwas in den Medien gelesen und daraufhin unseren Tagesablauf geändert?”

      Du hast aber Recht: Wenn wir den Lesern ausschließlich das geben, was sie wollen, dürften Boulevard und Unterhaltung ebenso beliebt sein, wie sie es heute schon sind. Focus, Stern und Co. wissen, warum sie so viele leicht bekleidete (wenn überhaupt) Damen auf ihren Nachrichten(!)seiten publizieren. Sex sells. Auch die Bildzeitung zeigt täglich, dass die große Masse ein größeres Interesse an Tratsch und Klatsch als an der SZ und der FAZ zusammen hat.

      Daher mag ich den Auftrag der Öffentlich-rechtlichen so sehr: Information, Bildung und Unterhaltung – eine kluge, wichtige und praxistaugliche Mischung. Vielleicht auch eine gelungene Mischung aus Idealismus (Anspruch) und Realismus (Wirklichkeit)?

      Zurück zu deinem Kommentar: Was ich mit meiner Aussage “Ein Grundproblem ist die Orientierung am Anzeigenmarkt – statt am Leser” meine: Die meisten Zeitungen und Zeitschriften wurden früher (und werden zum Teil immer noch) zu zwei Dritteln aus Anzeigen finanziert. Und um mehr Anzeigenplätze zu schaffen, hat man früher auch deutlich umfangreichere Zeitungen und Zeitschriften verkauft. Das ist eine klare Orientierung am Anzeigenmarkt – statt am Leser. Kurz- und Mittelfristig verdient man somit mehr Geld. Es bedeutet aber auch, mehr Artikel abzudrucken, die die Leser vielleicht gar nicht interessieren. “Na und? So lange wir Anzeigen verkaufen, kann uns das doch egal sein“, mögen sich da manche Verleger gedacht haben. Verleger sind nun mal keine Journalisten, sondern Unternehmer. Wer mag es ihnen da verübeln? Aus meiner Sicht ist eine solche Strategie aber nicht nachhaltig und rächt sich daher. Und genau in dieser Phase stecken wir jetzt, denke ich. Aus diesem Gedanken ist mein vielleicht utopischer Wunsch entstanden: Es wäre schön, wenn wir uns wieder mehr am Kunden Leser statt am Kunden Werbung orientieren würden – und somit mehr Themen behandeln, die vielleicht nicht immer ein perfektes Anzeigenumfeld bieten, aber interessant und relevant für die Leser sind – und sie nachhaltig verändern.

  2. Hier übrigens noch ein sehr passender Artikel von Alexander Kissler dazu: Hochmut nach dem Fall

    Der vielleicht entscheidende Grund für die kollabierende Leserbindung lautet aber: Immer mehr Menschen haben den Eindruck, da werde an ihrem Leben, ihren Eindrücken, ihren Haltungen vorbei geschrieben. Da bastle sich eine abgehobene Medienelite die Welt, wie sie ihr und nur ihr gefalle.

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