Tutorial: Linux leicht gemacht – Der Einstieg mit Ubuntu

TUTORIAL: LINUX LEICHT GEMACHT

1. Der Einstieg mit Ubuntu
2. Paketverwaltung, unfreie Software und die Verzeichnisstruktur

3. Rechteverwaltung, Terminal, Spielen und Hilfe

Tux, der Linux-Pinguin (Bild: Larry Ewing, Simon Budig and Anja Gerwinski)

Computerbenutzer sind äußerst mannigfaltig. Da gibt es Spieler, Entwickler, Grafiker, Wissenschaftler, Hacker oder auch einfach nur Gelegenheitsnutzer. Die meisten Leute nutzen heutzutage Windows, und gerade weil Nutzer unterschiedlich sind, ist es klar, dass ein einziges Betriebssystem nicht alle Anforderungen perfekt erfüllen kann.

Neben Windows gibt es viele weitere Betriebssysteme: FreeBSD, QNX, Solaris, Darwin oder BeOS, um mal einige zu nennen. Manche davon werkeln hauptsächlich verdeckt z.B in Automaten oder Rechenzentren und sind deshalb den meisten unbekannt. Aber um solche Systeme soll es heute nicht gehen, sondern um das freie Betriebssystem Linux, welches eine hervorragende Alternative zu Windows sein kann.

Sicher habt ihr schon mal jemanden sagen hören, er habe sich Linux installiert. Damit meint derjenige meist, dass er sich eine Linux-Distribution aus dem Internet heruntergeladen und eingerichtet hat. Linux an sich meint eigentlich nur den Systemkern, den sogenannten Kernel, der für grundlegende Dinge zuständig ist, z.B das laufende Programme überhaupt auf den Speicher zugreifen können (Wikipedia-Artikel). Um das Betriebssystem zu vervollständigen wird noch jede Menge anderer Software dazu gepackt. Eine Distribution ist also nicht anderes als der Kernel und Software.

Manche Distributionen haben sich für eine spezielle Aufgabe spezialisiert. Eine bekannte Distribution, die sich vor allem an Desktop-Nutzer richtet, ist Ubuntu. Früher hatte Linux den Ruf, kompliziert und nur was für Freaks zu sein, doch gegen dieses Vorurteil will Ubuntu ankämpfen. Ubuntu ist auch nicht komplizierter zu benutzen als Windows, viele meinen sogar, dass es an Benutzerfreundlichkeit Windows weit übertrifft.

Linux ist freie Software

Die meisten Distributionen, wie auch Ubuntu, sind kostenlos zu haben. Der Linux-Kernel, die Software aus dem GNU-Projekt, sowie die meisten grafischen Anwendungen und Treiber sind freie Software. Laut der Free Software Foundation ist Software frei, wenn sie dem Nutzer folgende vier Grundfreiheiten zugesteht:

  • Die Freiheit, das Programm zu jedem Zweck zu verwenden
  • Die Freiheit, zu studieren, wie das Programm funktioniert und es für die eigenen Zwecke anzupassen
  • Die Freiheit, Kopien des Programms zu verbreiten und so seinen Mitmenschen zu helfen
  • Die Freiheit, das Programm zu verbessern und diese Verbesserungen zu veröffentlichen

Diese Freiheiten bedeuten natürlich auch, das jeder die Programme an jeden weiter verteilen darf, die Software also kostenlos ist. Viel wichtiger ist jedoch, und das ist der Unterschied zur Freeware, dass jeder den Quelltext (das „Rezept“) des Programms verändern darf. Jeder, die die nötigen Fähigkeiten besitzt sowie Zeit und Lust hat, kann Verbesserungen beitragen. Dies ist auch das Entwicklungsmodell solcher Software, sie wird von freiwilligen Entwicklern entwickelt, die keine Lizenzgebühren für ihre Leistung verlangen.

Dennoch stecken hinter vielen Distribution Firmen. Hinter Ubuntu steckt Canonical, Fedora ist von Red Hat und Opensuse von Novell. Diese Firmen verdienen ihr Geld damit, Dienstleistungen rund um ihre Software zu verkaufen. So bieten Novell und Red Hat kostenpflichtigen Support für die Unternehmensversionen der Distribution an. Auch Canonical liefert mittlerweile Support, außerdem gibt es mit Ubuntu One einen Hosting-Dienst und mit dem Ubuntu One Music Store einen iTunes-ähnlichem Musikladen.

Ubuntu ausprobieren

Um sich eine Meinung über Linux im Allgemeinen und Ubuntu im Besonderen zu bilden, ist es am sinnvollsten, Ubuntu einfach auszuprobieren. Dazu gibt es vier Möglichkeiten, bei allen kann man sein Windows natürlich behalten. Im Falle einer Installation wird man beim Start des Computers gefragt, ob man Windows oder Ubuntu starten will.

  • Eine virtuelle Maschine, wie VMWare oder VirtualBox. Vorteil ist, dass man nichts kaputtmachen kann. Nachteil ist die langsame Geschwindigkeit, 3D oder Spiele gehen natürlich nicht
  • Live-System: Hierbei startet man Linux von CD, es wird keine Installation benötigt. Nachteil ist, dass nach einem Reboot alle Änderungen flöten gehen, für einen längeren Test nicht geeignet.
  • Installation per Desktop- oder Alternate-CD: Der sinnvollste Weg, möchte man Linux dauerhaft nutzen. Dabei wird die Partitionstabelle verändert, d.h ein Teil der Festplatte wird Windows und ein anderer Teil wird Linux zugewiesen. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit einer Windows-Installation, allerdings kann es passieren, dass man aus Versehen Daten löscht -> Backup ist hier besonders wichtig!
  • Installation per Wubi: Dies ist die Methode, die sich besonders für Windows-Umsteiger eignet. Es wird nichts an den Partitionen verändert, stattdessen wird die Partition als Datei auf der Windows-Partition abgelegt. Vorteil ist, dass die Installation unter Windows abläuft, sie funktioniert wie die Installation eines Windows-Programms. Die Deinstallation kann über die Systemsteuerung erfolgen. Weiterhin muss keine CD gebrannt werden, mithilfe von Programmen wie WinCDEmu kann das ISO-File direkt als CD eingehängt werden.

Das CD-Image ist auf der Download-Seite zu bekommen. Dort wird auch erklärt, wie man das Image auf CD brennt. Egal was man tut, man bekommt in jedem Fall einen Desktop wie diesen zu sehen:

Sieht doch gar nicht so kompliziert aus. Dies ist der normale GNOME-Desktop, den man standardmäßig unter Ubuntu bekommt. Alle wichtigen Bereiche lassen sich über die Menüleiste oben erreichen:

  • Im Menü Anwendungen befinden sich alle Programme
  • Im Menü Orte liegen Ordner, angeschlossene USB-Festplatten oder -Sticks, oder verbundene Datei-Server
  • Im Menü System kann man Einstellungen für den aktuellen Benutzer ändern (Untermenü Einstellungen) oder das System administrieren, wie Programme installieren (Untermenü Systemverwaltung).
  • Unten hat man eine Task-Leiste für die geöffneten Fenster – wie unter Windows.
  • Oben rechts befindet sich das Benachrichtigungsfeld, Datum und Uhrzeit sowie die Möglichkeit, das System herunterzufahren. Außerdem kann man von hier aus seinen Messenger-Status (ICQ, Jabber…) setzen.

Dies ist der erste Teil der Serie Linux leicht gemacht.
Der zweite Teil ist auf FERNmanns Blog verfügbar,
Teil drei der Serie wieder hier auf JUICED.

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Kommentare

  1. meint

    Klar, wieso nicht? Dazu sind Blogs und Blogger doch da, um mal ein wenig kreativ zu sein und etwas gemeinsam zu machen. So profitieren beide Blogs von und die Leser lernen auch mal einen anderen lesenswerten Blog kennen.

    Wer sich für Linux interessiert, wird sich daher kaum scheuen, auch Teil 2 zu lesen. Im Übrigen ist der Link nun aktualisiert, Teil 2 ist online. Frohes und gewinnbringendes Lesen,
    Daniel

  2. Dick meint

    Wer es noch bunter haben möchte, der kann auch Kubuntu ausprobieren – das ist Ubuntu mit der KDE-Benutzeroberfläche statt Gnome. KDE ist ein wenig “farbenfroher” und ein kleines bisschen mehr wie Windows – wenn ich das so ganz oberflächlich sagen darf: http://www.kubuntu-de.org

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