DSLR-Kamera- und Objektivtest Motiv 1

Autor: JUICEDaniel

Testziel:

Canon EOS 7D und 450D im Vergleich: Was taugen die Kit-Objektive EF-S 15-85mm 3,5-5,6 IS USM und EF-S 18-55mm 3,5-5,6 IS?

Hintergrund:

Auslöser für diesen Test war die hohe ISO-Zahl – und damit verbunden das hohe Bildrauschen – im ISO Auto-Modus der Canon EOS 7D. Da ich wissen wollte, wie stark das Bildrauschen tatsächlich ist und dadurch die Qualität beeinträchtigt und ob es eher an der Kamera selbst oder am Objektiv liegt, habe ich es mit der Canon EOS 450D verglichen und beide Objektive zusätzlich vertauscht.

Eines vorab: Den ISO Auto-Modus der Kamera kann ich leider nach wie vor nicht empfehlen, da Fotos mit ISO 3200 ein zu starkes Bildrauschen aufweisen (ich bin absolut kein Fan von Bildrauschen und kann dank einer sehr ruhigen Hand oft auch brauchbare Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen schießen). Die EOS 7D benutzt oftmals schon bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen ISO 3200 (die Höchstgrenze im ISO Auto-Modus), was ich für deutlich übertrieben halte. ISO 1600 hätte völlig gereicht.

Dieses Manko hat mich vor allem deswegen gewundert, weil ich bei keinem(!) Kamera-Test zur 7D (und ich habe einige gelesen, die meisten aus englischen Fotomagazinen) etwas davon gelesen habe. Überall Top-Bewertungen, was mich im Nachhinein etwas überrascht.

Zum Test:

Testmotiv:

Fakten zu den Fotos:

  • Die Bildausschnitte sind einer Auflösung von 100 Prozent (=Vollbild) entnommen.
  • Der Bildausschnitt ist jeweils 250x250px groß.
  • Die Fotos sind in der höchsten JPEG-Stufe abgepeichert, um Qualitätsverlust zu vermeiden.
  • Der Test umfasst 93 Fotos mit der Canon EOS 7D und 80 Fotos mit der Canon EOS 450D.
  • Alle Fotos wurden mit einem Stativ aufgenommen.
  • Trotz Stativ sind wenige Ausnahmen leider etwas verwackelt (sollte zu erkennen sein).
  • Die Fotos wurden in höchster Auflösung aufgenommen: 18 Megapixel (MP) bei der Canon EOS 7D und 12 MP bei der Canon EOS 450D.
  • Bei dem oberen Motiv haben beide Kameras stets auf die Ecke vorne links scharf gestellt. Daher ist der Hintergrund nie komplett scharf.

Kamera-Einstellungen:

  • Programmmodus AV (Zeitautomatik)
  • Bildstil: Standard
  • Messmethode: Mehrfeldmessung (Anmerkung: Ursprünglich wollte ich auch noch testen, wie unterschiedlich (gut) die Kameras messen. Leider habe ich hinterher einmal mehr erkannt, dass die Mehrfeldmessung nicht zu meinen Favoriten gehört. Für gleichmäßig scharfe Fotos hätte ich die Messmethode besser auf Spotmessung stellen sollen.)
  • Weißabgleich: Automatisch
  • Firmware Canon EOS 450D: 1.0.9
  • Firmware-Version der Canon EOS 7D: 1.1.0 (Anmerkung: Mittlerweile [Stand 04.01.2013] ist Version 2.0.3 mit vielen Neuerungen und Verbesserungen erschienen und kann auf der Webseite von Canon heruntergeladen und installiert werden.)

Sinn und Zweck:

Mit den oben stehenden Einstellungen wollte ich möglichst wenig selbst steuern und sehen, welche Kamera “schlauer” ist und die Motive besser belichtet und erkennt. Auf diese Weise soll(t)en die Fotos möglichst unverfälscht sein. Der Nachteil dabei: Es gab kaum Bildausschnitte, die gleichzeitig auf allen Fotos scharf waren und erkennbares Bildrauschen enthielten.

Der Test ist komplett unabhängig und soll lediglich die Qualitätsunterschiede der Canon EOS 7D und 450D sowie den beiden Kit-Objektiven, die zu den Kameras angeboten werden, zu testen. Der Schwerpunkt des Tests lag ganz klar auf dem Bildrauschen. Der Test ist auf die Bildschärfe bezogen aus mehreren Gründen (siehe Fakten zu den Fotos) nicht aussagekräftig.

Mein Fazit:

Die Canon EOS 7D benutzt im ISO Auto-Modus eine meist viel zu hohe ISO-Einstellung, sodass die Fotos (zu stark) verrauschst sind. Da ich, wie bereits erwähnt, kein Freund von Bildrauschen bin, ärgere ich mich darüber und würde mir eine manuell einstellbare ISO-Obergrenze im Automatik-Modus wünschen. Bei dem Preis sollte das meiner Meinung nach nicht sein. Vielleicht ist dieses Manko mit einem lichtstärkeren Objektiv (etwa einem Canon EF 24-70mm 1:2,8 L USM) nicht so stark ausgeprägt? Über Rückmeldungen diesbezüglich per Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Zudem wird deutlich, dass das teuerste Kit-Objektiv zur Canon EOS 7D, das EF-S 15-85mm 3,5-5,6 IS USM, kaum bessere Bildresultate liefert, als das Kit-Objektiv der 450D, EF-S 18-55mm 3,5-5,6 IS. Auch das ist für den Preis enttäuschend. Die größere Brennweite bringt nur einen geringfügigen Mehrwert und bei 15mm werden einige Fotos im Gegensatz zu 18mm sogar unscharf. Der Ultraschallmotor (USM) konnte in diesem Test seine Qualität nicht unter Beweis stellen, ist aber kaum leiser als das Objektiv ohne USM. Ob sich der finanziell doch sehr große Unterschied dennoch lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Ich finde es nicht.

Kommentare:

Wenn ihr diesen Test kommentieren wollt, könnt ihr das gerne im dazu passenden Blogartikel tun.

Teil 2: