
Oder: Wieso sich Google doch nicht warm anziehen muss.
Wolfram Alpha ist seit vergangenem Freitag online, der offizielle Start war ursprünglich für den heutigen Montag geplant. „Wer oder was ist das?“, werden sich jetzt sicher einige Leser fragen. Wolfram Alpha ist eine neuartige Suchmaschine, von Erfinder Stephen Wolfram auch „Wissensmaschine“ genannt. Statt Millionen von Webseiten als Ergebnis angezeigt zu bekommen, liefert die neue Suchmaschine konkrete Zahlen und Informationen übersichtlich in Tabellenform aufbereitet. Das Durchklicken von zahlreichen Webseiten bleibt einem somit erspart. Wie gut das in der Praxis funktioniert, habe ich bereits vor ein paar Tagen getestet.
Erfinder Stephen Wolfram, britischer Physiker und Mathematiker, hat sich hohe Ziele gesteckt:
Das Expertensystem Wolfram Alpha soll nach dem Willen seines Erfinders irgendwann dazu fähig sein, von selbst neue mathematische Modelle zu generieren, die uns wiederum dabei helfen sollen, die Welt besser zu verstehen.
Wolfram Alpha ist kein Google-Konkurrent
Die neue Suchmaschine sei kein Konkurrent für andere Suchmaschinen, sondern solle zukünftig „einen neuen Zugang zu zahlenbezogenem Wissen und dessen Verarbeitung schaffen“, heißt es auf der Webseite des Österreichischen Rundfunks ORF Online.
Wolfram Alpha kann bislang nur Fragen beantworten, deren Informationen bereits in der internen Datenbank eingetragen wurden. Wer beispielsweise nach der Größe Bill Gates‘ sucht, bekommt kein Suchergebnis angezeigt. Außerdem können keine Suchanfragen miteinander verknüpft werden. ORF Online: „Eine solche Frage wäre etwa, wie alt Barack Obama war, als Francois Mitterrand zum französischen Präsidenten gewählt wurde.“
Noch nicht ausgereift, aber mit guten Ansätzen
Die Computerzeitschrift Chip Online resümiert:
Das größte Manko von Wolfram Alpha ist aus deutscher Sicht bislang, dass die Wissensmaschine aktuell nur englisch “spricht”. Zudem ist sie eine tolle Ergänzung zu Google, Yahoo & Co., kann derartige Suchmaschinen aber niemals ersetzen oder überflüssig machen.
Dass die Suchmaschine im derzeitigen Stadium noch keine weitere Sprache beherrscht, sollte zu verschmerzen sein. Diesen Anspruch hat Wolfram Alpha derzeit auch gar nicht. Gewagt finde ich das Wort „niemals“, da keiner weiß, wie sich die Suchmaschine weiter entwickelt. Oder wer hätte vor zehn Jahren die Entwicklung Googles voraussagen können? Im derzeitigen Stadium hat Chip Online jedoch recht, dazu ist Wolfram Alpha noch lange nicht ausgereift genug.
GoogleWatchBlog führt ein weiteres Manko an:
Als sehr störend empfinde ich aber, dass die Ergebnisse vorher als Bild geniert werden und so ein Kopieren der Informationen nicht möglich ist. Dies macht Wolfram Alpha für Blinde zum Beispiel nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.
Das Argument „Für Blinde nicht nutzbar“ klingt ein wenig vorgeschoben; aus unserer Sicht ist es natürlich ärgerlich, dass kein Copy & Paste funktioniert. Aus meiner Sicht jedoch verständlich, ein kluger Schachzug der Erfinder. Und ganz so gemein sind sie dann ja doch nicht:
Gut hingegen ist die Exportfunktion. Alle Infos lassen sich als PDF exportieren. Hier funktioniert das Kopieren der Daten aber. Der Link bei Search the Web führt übrigens zu Google, Live oder auch zu Yahoo.







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