Wie Google Wave die Online-Kommunikation verändert.
20. Juni 2009 von JUICEDaniel
Kategorien: +Featured, Google
Google hat auf seiÂner I/O-Entwicklerkonferenz in San FranÂcisco Ende Mai sein neuÂesÂtes GeheimÂproÂjekt entÂhüllt: Google Wave. Der im Laufe des JahÂres erscheiÂnende Dienst soll E-Mails, Chats und Wikis überÂflüsÂsig werÂden lasÂsen. Doch was bedeuÂtet das für die gegenÂwärÂtige KomÂmuÂniÂkaÂtion im Internet?
„Kannst du mir mal die Powerpoint-Präsentation für das RefeÂrat morÂgen schiÂcken?“, fragt mich Ben per Wave. „Klar, einen Moment“, schreibe ich zurück. Drei MausÂkliÂcke späÂter betrachÂten wir gemeinÂsam die bisÂheÂrige PräÂsenÂtaÂtion. Ben ergänzt einen StichÂpunkt auf der ersÂten Folie. „Hast du noch die GraÂfik dazu?“, will ich wisÂsen. Nur wenige AugenÂbliÂcke danach erscheint neben dem StichÂpunkt die gewünschte GraÂfik. In dem Moment kommt Anne online. Ben fügt sie unseÂrer Wave hinzu. „Sorry für die VerÂspäÂtung… wo seid ihr gerade?“ „Noch auf Seite 1″, antÂworÂtet Ben. Die nächsÂten dreiÂßig MinuÂten arbeiÂten Anne, Ben und ich an der PräÂsenÂtaÂtion. Jeder von zu Hause aus, vor seiÂnem eigeÂnen NoteÂbook sitzend.
Was für einige nach einem ZukunftsÂszeÂnaÂrio klingt, wird verÂmutÂlich noch dieÂses Jahr mögÂlich sein - dank Googles neuÂesÂtem Dienst „Google Wave“. Damit will Google einen GroßÂteil der heute gänÂgiÂgen Kommunikations- und KolÂlaÂboÂraÂtiÂonsÂdienste und -proÂgramme mitÂeinÂanÂder verÂeiÂnen. Der NachÂfolÂger von E-Mails, Chats und Wikis also. Wave ist zunächst einÂmal eine Server-Software mit zahlÂreiÂchen FunkÂtioÂnen. EndÂnutÂzer jedoch könÂnen Wave wie MySÂpace, YouTube oder FaceÂbook im WebÂbrowÂser benutÂzen ohne ein ProÂgramm zu instalÂlieÂren. Welt Online fasst den „NachÂfolÂger der E-Mail“ zusamÂmen: „Wave ist eine KomÂbiÂnaÂtion aus E-Mail, Blog, ChatÂproÂgramm, soziaÂlem NetzÂwerk sowie PlattÂform für Fotos und Software.“
Lars RasÂmusÂsen, BruÂder des Wave-Erfinders Jens RasÂmusÂsen und Google-Manager, erklärt: „Eine ‚Wave‘ ist gleichÂzeiÂtig UnterÂhalÂtung und DokuÂment. In der ‚Wave‘ kann man sich mit Text, BilÂdern, Videos, Maps und mehr mitÂeinÂanÂder unterÂhalÂten, aber auch gemeinÂsam arbeiÂten.“ Um das zu tun, erstellt der NutÂzer zunächst eine „Wave“ und fügt dieÂser wie bei einer Skype-Konferenz mehÂrere Leute aus seiÂner KonÂtaktÂliste hinzu. Danach könÂnen sie nicht nur chatÂten, sonÂdern auch als Gruppe in EchtÂzeit an DokuÂmenÂten arbeiÂten, Fotos ausÂtauÂschen oder Filme anschauen - sogar SchachÂparÂtien sind möglich.
Wave ist demÂnach ideal für GrupÂpenÂarÂbeiÂten im Netz, wie das fikÂtive BeiÂspiel von Anne, Ben und mir zeigt. Auch Dienste wie Skype, TwitÂter oder HotÂmail könnÂten dank Googles neuÂesÂtem ProÂdukt in kürÂzesÂter Zeit überÂflüsÂsig werÂden lasÂsen. Die VorÂteile lieÂgen auf der Hand: Ob MaiÂlen, ChatÂten oder TwitÂtern - mit Wave kann man alles gleichÂzeiÂtig tun und benöÂtigt nur einen BenutÂzerÂacÂcount dafür. Und es ist egal, wo man sich befinÂdet. Die einÂzige VorÂausÂsetÂzung ist ein InterÂnetÂzuÂgang. SelbstÂverÂständÂlich ist auch Wave kostenlos.
Und so verÂwunÂdert es nieÂmanÂden, wenn die Medien euphoÂrisch von einer „RevoÂluÂtion der Online-Kommunikation“ spreÂchen. SchließÂlich hat Wave in der Tat das PotenÂtial, der neue KomÂmuÂniÂkaÂtiÂonsÂstanÂdard im InterÂnet zu werÂden. Auch Ben und Anne wären sicherÂlich begeistert:
„Wollt ihr mal meine Fotos von der letzÂten Party sehen?“, fragt Anne uns nach getaÂner Arbeit. „Na klar“, antÂworte ich. Und schon schauen wir uns teils lusÂtige, teils skurÂrile Fotos vom verÂganÂgeÂnen WochenÂende an. „Ahh, lösch das!“, schreibt Ben bei einem Foto, auf dem er seine Augen verÂdreht und sich ein Bier überÂkippt. Zwei SekunÂden späÂter fragt er: „Wo ist eigentÂlich die nächste Party?“ Kurz darÂauf fügt Anne die WegÂbeÂschreiÂbung von Google Maps ein. In einer neuen Wave starÂtet sie eine Umfrage, zu der sie alle KomÂmiÂliÂtoÂnen, die gerade online sind, hinÂzuÂfügt. „Kommt ihr am SamsÂtag zur groÂßen Scheunen-Party?“, steht da. Die ersÂten StuÂdenÂten haben bereits für „Ja“ abgeÂstimmt. In der andeÂren Wave schreibe ich Anne und Ben, dass ich gleich gehen muss: „Um 19 Uhr habe ich doch das InterÂview mit ThorsÂten Schäfer-Gümbel per Google Wave. War enorm schwer, dieÂses InterÂview zu bekomÂmen - bei seiÂnem volÂlen TerÂminÂkaÂlenÂder. Bin schon total aufgeregt!“
Gerade für JourÂnaÂlisÂten eröffÂnen sich dank Google Wave völÂlig neue DimenÂsioÂnen: So könÂnen einÂzelne Waves proÂblemÂlos zahlÂreiÂche NewsÂletÂter und RSS-Feeds ersetÂzen und stattÂdesÂsen direkt mit PresÂseÂmitÂteiÂlunÂgen und aktuÂelÂlen NachÂrichÂten gefüllt werÂden - der jourÂnaÂlisÂtiÂschen PhanÂtaÂsie sind kaum GrenÂzen gesetzt. Auch das gemeinÂsame WeiÂterÂarÂbeiÂten in Wikis kann in Waves mulÂtiÂmeÂdial gescheÂhen. Link-, Foto- und VideoÂsammÂlunÂgen könÂnen zu anschauÂliÂchen „InforÂmaÂtiÂonsÂwelÂlen“ werÂden und selbst WikiÂpeÂdia KonÂkurÂrenz machen. JourÂnaÂlisÂten könÂnen außerÂdem gemeinÂsam von überÂall in der Welt an ArtiÂkeln arbeiÂten, mit BildÂmaÂteÂrial bestüÂcken und optioÂnal weiÂteÂren LeuÂten Zugriff gestatten.
ÄhnÂlich wie bei FaceÂbook kann Google Wave über seine offeÂnen ProÂgramÂmierÂschnittÂstelÂlen (APIs) in andere InterÂnetÂseiÂten einÂgeÂbetÂtet oder mit AnwenÂdunÂgen bezieÂhungsÂweise Plug-Ins andeÂrer EntÂwickÂler komÂbiÂniert werÂden. So könÂnen einÂzelne Waves in Blogs oder andeÂren WebÂseiÂten einÂgeÂbunÂden werÂden und dort in EchtÂzeit die neuÂesÂten ÄndeÂrunÂgen anzeiÂgen. Auch nachÂträgÂlich könÂnen BenutÂzer die ÄndeÂrunÂgen bei Wave anschauen oder rückÂgänÂgig machen.
Google möchte sein ProÂdukt als Open Source frei zugängÂlich machen, damit jeder die MögÂlichÂkeit hat, Wave auf eigeÂnen SerÂvern anbieÂten zu könÂnen. Das ermögÂlicht es UnterÂnehÂmen und OrgaÂniÂsaÂtioÂnen, einen eigeÂnen Wave-Dienst anzuÂbieÂten. Doch ein GroßÂteil der KomÂmuÂniÂkaÂtion wird sich sicherÂlich auf Googles eigeÂnen SerÂvern abspielen.
Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. So befürchÂten DatenÂschütÂzer, dass die NutÂzer für Google noch gläÂserÂner würÂden, als sie ohneÂhin schon seien. Zudem wäre Wave ein weiÂteÂrer Schritt von der AbhänÂgigÂkeit MicroÂsofts in die AbhänÂgigÂkeit Googles. WolfÂgang Sander-Beuermann vom SuchÂmaÂschiÂnenÂlaÂbor der Uni HanÂnoÂver bestäÂtigt gegenÂüber Welt Online dieÂsen VerÂdacht: „Die Dienste um die Google-Suchmaschine herum steiÂgern die KunÂdenÂbinÂdung.“ Neben DiensÂten wie Googles Office-Version „Texte und TabelÂlen“, dem FotoÂproÂgramm „Picasa“ oder der Google-Suchmaschine sei Wave ein weiÂteÂrer BauÂstein im Google-Kosmos, der KunÂden dazu brinÂgen solle, mehr Zeit auf den WebÂseiÂten des Internet-Konzerns zu verbringen.
FinanÂziert werÂden soll Google Wave durch WerÂbung. Doch genau das birgt GefahÂren. Um mögÂlichst wirkÂsam zu werÂben, möchte Google gezielt WerÂbeÂanÂzeiÂgen zum pasÂsenÂden Thema einÂblenÂden. Und um das zu ermögÂliÂchen, durchÂsucht Google schon heute alle E-Mails auf Google Mail-Accounts nach deren InhalÂten - das ist nicht nur DatenÂschütÂzern ein Dorn im Auge. Eine weiÂteÂres ProÂblem könnte, wie jüngst Google Mail bewies, durch die zenÂtrale NutÂzung Google Waves entstehen:
Ich verÂabÂschiede mich von Anne und Ben und gehe offÂline. Nach dem AbendÂesÂsen bereite ich mich menÂtal auf das InterÂview mit dem hesÂsiÂschen SPD-Vorsitzenden Schäfer-Gümbel vor. Ein nerÂvöÂser Blick auf die Uhr zeigt: Gleich ist es so weit. Mit einem KribÂbeln im Bauch gehe ich wieÂder online. „Ganz ruhig! Es ist doch nur ein InterÂview“, spreÂche ich mir Mut zu und starte meiÂnen WebÂbrowÂser. Meine HandÂfläÂchen sind feucht. HekÂtisch wische ich sie an meiÂner Hose ab und tippe die StartÂseite von Google Wave in die AdressÂleiste. Was ich als nächsÂtes sehe, werde ich nie verÂgesÂsen: „DIESE SEITE IST VORÜBERGEHEND NICHT ERREICHBAR.“ Eine AlterÂnaÂtive gibt es für mich nicht.
WeiÂtere Google Wave-Screenshots (Originalgröße):

























Danke für DeiÂnen BeiÂtrag zu Wave!
Wir beginÂnen gerade das erste „GerÂman Wave Camp 2009″ anzuschieben:
http://WaveCamp.org
WaveCamp.org dient als NetzÂwerk zur VorÂbeÂreiÂtung und PlaÂnung des GerÂman Wave Camp 2009 in BerÂlin sowie dem monatÂliÂchen WaveWedÂnesÂday in Berlin.
Diese (Un-) KonÂfeÂrenÂzen solÂlen dazu beiÂtraÂgen die gesellÂschaftÂliÂche InnoÂvaÂtion rund um das Google Wave FedeÂraÂtion ProÂtoÂcol in DeutschÂland zu förÂdern und die an dieÂsem Ziel InterÂesÂsierÂten mitÂeinÂanÂder zu verbinden.
Das NetzÂwerk ist offen für alle, die gerne mitÂmaÂchen möchÂten! In den Foren könÂnen auch kreaÂtive GedanÂken ausÂgeÂtauscht werÂden rund um den EinÂsatz von Wave in BilÂdung, UnterÂnehÂmen, OrgaÂniÂsaÂtioÂnen usw.
Falls dich Wave noch mehr interÂesÂsiert und du Lust an weiÂteÂrem AusÂtausch hast, schau einÂfach vorÂbei. Wir würÂden uns freuen dich auch dabei zu haben! :)
DatenÂschutz + Wave wird natürÂlich auch ein wichÂtiÂges Thema sein.
Liebe Grüße
Ingmar
Gerade das BeiÂspiel TwitÂter (oder andere zenÂtrale SysÂteme wie StuÂdiVZ oder ICQ) zeigt ja, wie anfälÂlig zenÂtrale KomÂmuÂniÂkaÂtiÂonsÂsysÂteme sind. Wenn Wave jetzt von meheÂren MilÂliÂarÂden benutzt werÂden würde (und zwar ausÂschließÂlich), würÂden die SerÂverÂkosÂten gewalÂtig in die Höhe schieÂßen, eine Firma hätte die komÂplette KomÂmuÂniÂkaÂtion der MenschÂheit in der Hand und der Google-Server wäre AngriffsÂziel #1 für Leute, die mögÂlichst viel SchaÂden anrichÂten wolÂlen. Da muss unbeÂdingt ein dezenÂtraÂles SysÂtem her.
@ IngÂmar: Danke für den HinÂweis!
@ FERNÂmann: FaiÂrerÂweise muss ich nochÂmal darÂauf hinÂweiÂsen, dass Google Wave ja tatÂsächÂlich ein dezenÂtraÂles SysÂtem unterstützen/ermöglichen soll. Siehe: „Google möchte sein ProÂdukt als Open Source frei zugängÂlich machen, damit jeder die MögÂlichÂkeit hat, Wave auf eigeÂnen SerÂvern anbieÂten zu könÂnen. Das ermögÂlicht es UnterÂnehÂmen und OrgaÂniÂsaÂtioÂnen, einen eigeÂnen Wave-Dienst anzuÂbieÂten. Doch ein GroßÂteil der KomÂmuÂniÂkaÂtion wird sich sicherÂlich auf Googles eigeÂnen SerÂvern abspielen.“
@JUICEDaniel: Weiß ich doch :) Nur fragt sich, ob andere AngeÂbote (Yahoo, GMX, Web.de) ebenÂfalls einen Wave-Dienst anbieÂten werÂden oder ob das ganze, wie du selbst sagst, doch Google-Only wird.
Ja, das frage ich mich auch. Ich denke, wir sind uns da schon einig! Ich gehe halt wie gesagt stark davon aus, dass die meisÂten direkt den Wave-Dienst von Google nutÂzen werÂden, was viele VorÂteile hat:
- Keine Server-/Traffic-Kosten,
- gute ErreichÂbarÂkeit (norÂmaÂlerÂweise),
- zenÂtrale AnlaufÂstelle (keine neue RegisÂtrieÂrung erforÂderÂlich, die viele davon abhalÂten würde, Wave-Dienste auf fremÂden SerÂvern zu nutÂzen [„Och nee, nicht noch ein Account mehr!“]) etc.
- InteÂgraÂtion mit andeÂren Anbietern/Diensten mögÂlich
- PotenÂtiÂelle ComÂmuÂnity schon vorhanden/angemeldet
Die Gefahr(en) dabei wird wohl kaum jemand beachten…
Schön geschrieÂben! Vor allem dein BeiÂspiel werde ich wohl in Zukunft zitieÂren um jemanÂden zu erkläÂren was Google Wave eigentÂlich ist. Wenn man das Google IO Video nicht geseÂhen hat kann man es andeÂren nur sehr schwer erklären.
Ich bin mal gespannt wann die InviÂtes für „norÂmal sterbÂliÂche“ endÂlich rausÂgeÂhen - freue mich ehrÂlich gesagt enorm auf Wave
Zum Punkt: Nicht Erreichbarkeit/Datenschutz.
Google hat im Google IO VorÂtrag gemeint das es zwar Google Wave gibt - aber auch JEDER sich einen eigeÂnen Wave SerÂver einÂrichÂten kann. Somit steht es jedem UnterÂnehÂmen frei, einen eigeÂnen Wave SerÂver im Intranet/Internet einÂzuÂrichÂten. So hat man zwar Google Wave aber eben unter der komÂplett eigeÂnen Verwaltung.
naja, erstÂmal abwarÂten was das gibt.
vielÂleicht sollte die ÜberÂschrift desÂhalb auch eher lauÂten „Wie Google Wave die Online-Kommunikation verÂänÂdern könnte“, oder so.
Wie heissr es so schön die 3 P’s
ProÂdukt
ProÂtoÂkoll
Plattform
Die Idee hinÂter Wave ist nach meiÂner EinÂschätÂzung weitÂaus weniÂger kriÂtisch in Bezug auf DatenÂschutz (was zu prüÂfen sein wird) zu sehen [da die Google Search ja in die Wave aufÂgeÂnomÂmen werÂden müsste als user, bzw. der annÂonyme Access ] und ziel sicherÂlich auch schwerÂlich auf eine WerÂbeÂfiÂnanÂzieÂrung ab.
1. Der Erfolg von Wave wird sich gerade zum AusÂdruck brinÂgen wie weit es gelingt ComÂmuÂnities, BetreiÂber, EntÂwickÂler und FirÂmen zu aktivieren.
ÖkoÂnoÂmisch ist Wave für Google sehr interÂesÂsant aus folÂgenÂden Gründen:
KampfÂstraÂteÂgie vs. MicroÂsoft Bing:
MicroÂsoft greift masÂsiv Google finanÂziert mit seiÂnen GewinÂnen aus OS und Office im InterÂnet Search bereich an. Die VerÂteiÂdiÂgungsÂstraÂteÂgie von Google besteht auch darÂinÂnen MicroÂsoft in den FelÂdern anzuÂgreiÂfen in denen MS das Geld verÂdient um Google unter druck zu setÂzen.
Mit Wave könÂnen die Umsätze von MS im ExchÂange, OutÂlook KonÂtext masÂsiv unter Druck gesetzt werÂden. FerÂner ist es ein wichÂtiÂger BauÂstein für den Angriff auf MS Office und MS Windows.
SicheÂrung des InterÂnet als zenÂtrale und offene DrehÂscheibe:
NetzÂwerke wie TwitÂter, FaceÂbook haben grundÂsätzÂlich die MögÂlichÂkeit sich in ein abgeÂschotÂteÂtes NetzÂwerk weiÂter zu entÂwiÂckeln, welÂches durch Google Search nicht mehr durchÂsucht werÂden könnte. AnaÂloge bestreÂbunÂgen sind aktuÂell ja bei den News SeiÂten zu beobÂachÂten. Durch das frühÂzeiÂtige und masÂsive PusÂhen von HTML 5 und das aktiÂvieÂren eines gewalÂtiÂgen PotenÂtiÂals an EntÂwickÂler in dieÂser sauÂbeÂren offeÂnen UmgeÂbung lässt sich die BedeuÂtung der OffeÂnenÂheit des InterÂnets stärken.
PosiÂtiÂves Bild von Google als InnoÂvaÂtor und Enabler:
Mit Andriode, Chrome, Wave … kann sich Google als eine der innoÂvaÂtivsÂten FirÂmen und als Enabler für GeschäftsÂmoÂdelle und ImpÂleÂnenÂtieÂrunÂgen etablieren.
VorÂteil:
Gut für LobÂbyÂarÂbeit
Zuspruch der AnwenÂder
EntÂsteÂhung eine ComÂmuÂnity von EntÂwickÂlern, die auf Google zurückÂgreiÂfen zum Lösen von Problemen.
ZusamÂmenÂfasÂsung:
Angriff auf die AngreiÂfer des Google GeschäftsÂmoÂdell, Sicherung/Stärkung des Nets als EcoÂsysÂtem des Google GeschäftsÂmoÂdelÂles. MarÂkeÂting.
In wie weit, durch DienstÂleisÂtunÂgen rund um Wave und durch Wave selÂber sich unmitÂtelÂbar Umsatz fürr Google werÂden reaÂliÂsieÂren lasÂsen steht noch auf einem andeÂren Platz. DenkÂbare Ansätze hier.
- SaaS: Google hosÂtet KunÂden Wave InfraÂstrukÂtuÂren in ihren RechenÂzenÂtren
- Google stellt über eine PlattÂform Wave Apps von 3herstellern gegen Gebühr bereit und bekommt eine ProÂviÂsion: z.B. Ja-Nein-Vielleicht Modul für 99 Cent …
- Google entÂwiÂckelt auf Wave Basis speÂziÂelle EnterÂpriÂseÂverÂsion die KosÂtenÂpflichÂtig ist.
- Google verÂzahnt Wave mit seiÂnen andeÂren SerÂvices und sichert damit die PlaÂzieÂrung von Google Search und der damit einÂherÂgeÂhenÂden SuchÂwerÂbung.
- Google wirbt in dem Wave Client.
Unterm Strich:
Wave stärkt Google und schwächt MicroÂsoft - Wave hilft KunÂden kosÂten in der ColÂlaÂboÂraÂtonsÂinÂfraÂstrukÂtur zu spaÂren und effiÂziÂenÂter zusamÂmen zu arbeiten.
@ noch ein MarÂkus: So eine ÜberÂschrift kommt weniÂger gut an… ZukunftsÂspeÂkuÂlaÂtioÂnen, die dann so gar nicht einÂtreÂten? Will doch keiÂner lesen. Eine ÜberÂschrift sollte halt zum Lesen locken. (Aber nichts falÂsches verÂspreÂchen / irreÂfühÂrend sein) - Und ich finde, dass dieÂser EinÂtrag doch zuminÂdest eines richÂtig verÂdeutÂlicht: Google Wave hat nicht nur das PotenÂtial, sonÂdern es wird die (Online-)Kommunikation in irgendÂeiÂner Form verÂänÂdern. Da sind sich so ziemÂlich alle einig und dafür ist Googles ErfinÂdung tatÂsächÂlich einÂfach zu gut (von der Idee her!). EinÂzig an der UmsetÂzung (tauÂsend Bugs) könnte es noch scheiÂtern, aber das halte ich für ziemÂlich unwahrÂscheinÂlich. Von daher ist es klüÂger, sich gleich darÂauf einÂzuÂstelÂlen, als blind verÂsuÂchen, dem ausÂzuÂweiÂchen oder zu hofÂfen, dass die große Welle nicht über das Web herÂeinÂbreÂchen wird (womit ich nicht dich meine!).
@ ririÂrap: Sehr schöÂner KomÂmenÂtar. Aber „VerÂteiÂdiÂgungsÂstraÂteÂgie MS“ finde ich doch ein wenig einÂseiÂtig: ImmerÂhin war eine MS-Suchmaschine schon deutÂlich früÂher im Web, wenn mich nicht alles täuscht und Google hat angeÂgrifÂfen. DemÂnach wird es für MS auch höchste Zeit, sich mal zu verÂteiÂdiÂgen. Ich sehe es eher umgeÂkehrt, was aber keiÂnen der beiÂden groÂßen AnbieÂter in meiÂnen Augen symÂpaÂthiÂscher macht. IndiÂrekt sagst du das sogar selbst: „Die VerÂteiÂdiÂgungsÂstraÂteÂgie von Google besteht auch darÂinÂnen MicroÂsoft in den FelÂdern anzuÂgreiÂfen in denen MS das Geld verÂdient um Google unter druck zu setÂzen.“ -> Google greift hier an, nicht MS. (Und jetzt bitte nicht „Angriff ist die beste Verteidigung“!)
Aber das ist eigentÂlich nur eine KleiÂnigÂkeit, von den FakÂten und GedanÂken an sich stimme ich dir nämÂlich im groÂßen und ganÂzen zu - danke!
@ rosenÂkrieÂger: Danke für dein posiÂtiÂves FeedÂback - freut mich, dass es dir gefällt! Zu deiÂnem Punkt „Google hat im Google IO VorÂtrag gemeint das es zwar Google Wave gibt - aber auch JEDER sich einen eigeÂnen Wave SerÂver einÂrichÂten kann. Somit steht es jedem UnterÂnehÂmen frei, einen eigeÂnen Wave SerÂver im Intranet/Internet einÂzuÂrichÂten. So hat man zwar Google Wave aber eben unter der komÂplett eigeÂnen VerÂwalÂtung.„
--> Das ist klar, da bin ich ja auch schon im ArtiÂkel darÂauf einÂgeÂganÂgen und das hatÂten wir auch schon in den KomÂmenÂtaÂren gehabt!
Wie mein VorÂredÂner es so schön gesagt hat, es kann sich JEDER einen eigeÂnen Wave serÂver einÂrichÂten und sogar einen der garÂnicht von Google ist aber 100% komÂpaÂtiÂbel sein wird.
Das ganze nennt sich PyGoÂWave und ist unter http://pygowave.p2k-network.org/home/ zu finden.
Wer die sourÂcen haben möchte sollte hier mal vorÂbeiÂschauen. http://code.google.com/p/pygowave-server/
Um es dann zu nutÂzen, muss man sich doch dort dann nochmal/auch anmelÂden, oder?