Mittwoch, 10. März 2010

Wie Google Wave die Online-Kommunikation verändert.

20. Juni 2009 von JUICEDaniel  
Kategorien: +Featured, Google

Google hat auf sei­ner I/O-Entwicklerkonferenz in San Fran­cisco Ende Mai sein neu­es­tes Geheim­pro­jekt ent­hüllt: Google Wave. Der im Laufe des Jah­res erschei­nende Dienst soll E-Mails, Chats und Wikis über­flüs­sig wer­den las­sen. Doch was bedeu­tet das für die gegen­wär­tige Kom­mu­ni­ka­tion im Internet?

Google Wave Logo„Kannst du mir mal die Powerpoint-Präsentation für das Refe­rat mor­gen schi­cken?“, fragt mich Ben per Wave. „Klar, einen Moment“, schreibe ich zurück. Drei Maus­kli­cke spä­ter betrach­ten wir gemein­sam die bis­he­rige Prä­sen­ta­tion. Ben ergänzt einen Stich­punkt auf der ers­ten Folie. „Hast du noch die Gra­fik dazu?“, will ich wis­sen. Nur wenige Augen­bli­cke danach erscheint neben dem Stich­punkt die gewünschte Gra­fik. In dem Moment kommt Anne online. Ben fügt sie unse­rer Wave hinzu. „Sorry für die Ver­spä­tung… wo seid ihr gerade?“ „Noch auf Seite 1″, ant­wor­tet Ben. Die nächs­ten drei­ßig Minu­ten arbei­ten Anne, Ben und ich an der Prä­sen­ta­tion. Jeder von zu Hause aus, vor sei­nem eige­nen Note­book sitzend.

Was für einige nach einem Zukunfts­sze­na­rio klingt, wird ver­mut­lich noch die­ses Jahr mög­lich sein - dank Googles neu­es­tem Dienst „Google Wave“. Damit will Google einen Groß­teil der heute gän­gi­gen Kommunikations- und Kol­la­bo­ra­ti­ons­dienste und -pro­gramme mit­ein­an­der ver­ei­nen. Der Nach­fol­ger von E-Mails, Chats und Wikis also. Wave ist zunächst ein­mal eine Server-Software mit zahl­rei­chen Funk­tio­nen. End­nut­zer jedoch kön­nen Wave wie MyS­pace, YouTube oder Face­book im Web­brow­ser benut­zen ohne ein Pro­gramm zu instal­lie­ren. Welt Online fasst den „Nach­fol­ger der E-Mail“ zusam­men: „Wave ist eine Kom­bi­na­tion aus E-Mail, Blog, Chat­pro­gramm, sozia­lem Netz­werk sowie Platt­form für Fotos und Software.“

Lars Ras­mus­sen, Bru­der des Wave-Erfinders Jens Ras­mus­sen und Google-Manager, erklärt: „Eine ‚Wave‘ ist gleich­zei­tig Unter­hal­tung und Doku­ment. In der ‚Wave‘ kann man sich mit Text, Bil­dern, Videos, Maps und mehr mit­ein­an­der unter­hal­ten, aber auch gemein­sam arbei­ten.“ Um das zu tun, erstellt der Nut­zer zunächst eine „Wave“ und fügt die­ser wie bei einer Skype-Konferenz meh­rere Leute aus sei­ner Kon­takt­liste hinzu. Danach kön­nen sie nicht nur chat­ten, son­dern auch als Gruppe in Echt­zeit an Doku­men­ten arbei­ten, Fotos aus­tau­schen oder Filme anschauen - sogar Schach­par­tien sind möglich.

Wave ist dem­nach ideal für Grup­pen­ar­bei­ten im Netz, wie das fik­tive Bei­spiel von Anne, Ben und mir zeigt. Auch Dienste wie Skype, Twit­ter oder Hot­mail könn­ten dank Googles neu­es­tem Pro­dukt in kür­zes­ter Zeit über­flüs­sig wer­den las­sen. Die Vor­teile lie­gen auf der Hand: Ob Mai­len, Chat­ten oder Twit­tern - mit Wave kann man alles gleich­zei­tig tun und benö­tigt nur einen Benut­zer­ac­count dafür. Und es ist egal, wo man sich befin­det. Die ein­zige Vor­aus­set­zung ist ein Inter­net­zu­gang. Selbst­ver­ständ­lich ist auch Wave kostenlos.

Und so ver­wun­dert es nie­man­den, wenn die Medien eupho­risch von einer „Revo­lu­tion der Online-Kommunikation“ spre­chen. Schließ­lich hat Wave in der Tat das Poten­tial, der neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stan­dard im Inter­net zu wer­den. Auch Ben und Anne wären sicher­lich begeistert:

„Wollt ihr mal meine Fotos von der letz­ten Party sehen?“, fragt Anne uns nach geta­ner Arbeit. „Na klar“, ant­worte ich. Und schon schauen wir uns teils lus­tige, teils skur­rile Fotos vom ver­gan­ge­nen Wochen­ende an. „Ahh, lösch das!“, schreibt Ben bei einem Foto, auf dem er seine Augen ver­dreht und sich ein Bier über­kippt. Zwei Sekun­den spä­ter fragt er: „Wo ist eigent­lich die nächste Party?“ Kurz dar­auf fügt Anne die Weg­be­schrei­bung von Google Maps ein. In einer neuen Wave star­tet sie eine Umfrage, zu der sie alle Kom­mi­li­to­nen, die gerade online sind, hin­zu­fügt. „Kommt ihr am Sams­tag zur gro­ßen Scheunen-Party?“, steht da. Die ers­ten Stu­den­ten haben bereits für „Ja“ abge­stimmt. In der ande­ren Wave schreibe ich Anne und Ben, dass ich gleich gehen muss: „Um 19 Uhr habe ich doch das Inter­view mit Thors­ten Schäfer-Gümbel per Google Wave. War enorm schwer, die­ses Inter­view zu bekom­men - bei sei­nem vol­len Ter­min­ka­len­der. Bin schon total aufgeregt!“

Gerade für Jour­na­lis­ten eröff­nen sich dank Google Wave völ­lig neue Dimen­sio­nen: So kön­nen ein­zelne Waves pro­blem­los zahl­rei­che News­let­ter und RSS-Feeds erset­zen und statt­des­sen direkt mit Pres­se­mit­tei­lun­gen und aktu­el­len Nach­rich­ten gefüllt wer­den - der jour­na­lis­ti­schen Phan­ta­sie sind kaum Gren­zen gesetzt. Auch das gemein­same Wei­ter­ar­bei­ten in Wikis kann in Waves mul­ti­me­dial gesche­hen. Link-, Foto- und Video­samm­lun­gen kön­nen zu anschau­li­chen „Infor­ma­ti­ons­wel­len“ wer­den und selbst Wiki­pe­dia Kon­kur­renz machen. Jour­na­lis­ten kön­nen außer­dem gemein­sam von über­all in der Welt an Arti­keln arbei­ten, mit Bild­ma­te­rial bestü­cken und optio­nal wei­te­ren Leu­ten Zugriff gestatten.

Ähn­lich wie bei Face­book kann Google Wave über seine offe­nen Pro­gram­mier­schnitt­stel­len (APIs) in andere Inter­net­sei­ten ein­ge­bet­tet oder mit Anwen­dun­gen bezie­hungs­weise Plug-Ins ande­rer Ent­wick­ler kom­bi­niert wer­den. So kön­nen ein­zelne Waves in Blogs oder ande­ren Web­sei­ten ein­ge­bun­den wer­den und dort in Echt­zeit die neu­es­ten Ände­run­gen anzei­gen. Auch nach­träg­lich kön­nen Benut­zer die Ände­run­gen bei Wave anschauen oder rück­gän­gig machen.

Google möchte sein Pro­dukt als Open Source frei zugäng­lich machen, damit jeder die Mög­lich­keit hat, Wave auf eige­nen Ser­vern anbie­ten zu kön­nen. Das ermög­licht es Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen, einen eige­nen Wave-Dienst anzu­bie­ten. Doch ein Groß­teil der Kom­mu­ni­ka­tion wird sich sicher­lich auf Googles eige­nen Ser­vern abspielen.

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. So befürch­ten Daten­schüt­zer, dass die Nut­zer für Google noch glä­ser­ner wür­den, als sie ohne­hin schon seien. Zudem wäre Wave ein wei­te­rer Schritt von der Abhän­gig­keit Micro­softs in die Abhän­gig­keit Googles. Wolf­gang Sander-Beuermann vom Such­ma­schi­nen­la­bor der Uni Han­no­ver bestä­tigt gegen­über Welt Online die­sen Ver­dacht: „Die Dienste um die Google-Suchmaschine herum stei­gern die Kun­den­bin­dung.“ Neben Diens­ten wie Googles Office-Version „Texte und Tabel­len“, dem Foto­pro­gramm „Picasa“ oder der Google-Suchmaschine sei Wave ein wei­te­rer Bau­stein im Google-Kosmos, der Kun­den dazu brin­gen solle, mehr Zeit auf den Web­sei­ten des Internet-Konzerns zu verbringen.

Finan­ziert wer­den soll Google Wave durch Wer­bung. Doch genau das birgt Gefah­ren. Um mög­lichst wirk­sam zu wer­ben, möchte Google gezielt Wer­be­an­zei­gen zum pas­sen­den Thema ein­blen­den. Und um das zu ermög­li­chen, durch­sucht Google schon heute alle E-Mails auf Google Mail-Accounts nach deren Inhal­ten - das ist nicht nur Daten­schüt­zern ein Dorn im Auge. Eine wei­te­res Pro­blem könnte, wie jüngst Google Mail bewies, durch die zen­trale Nut­zung Google Waves entstehen:

Ich ver­ab­schiede mich von Anne und Ben und gehe off­line. Nach dem Abend­es­sen bereite ich mich men­tal auf das Inter­view mit dem hes­si­schen SPD-Vorsitzenden Schäfer-Gümbel vor. Ein ner­vö­ser Blick auf die Uhr zeigt: Gleich ist es so weit. Mit einem Krib­beln im Bauch gehe ich wie­der online. „Ganz ruhig! Es ist doch nur ein Inter­view“, spre­che ich mir Mut zu und starte mei­nen Web­brow­ser. Meine Hand­flä­chen sind feucht. Hek­tisch wische ich sie an mei­ner Hose ab und tippe die Start­seite von Google Wave in die Adress­leiste. Was ich als nächs­tes sehe, werde ich nie ver­ges­sen: „DIESE SEITE IST VORÜBERGEHEND NICHT ERREICHBAR.“ Eine Alter­na­tive gibt es für mich nicht.

Wei­tere Google Wave-Screenshots (Originalgröße):

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Kommentare

15 Antworten zu “Wie Google Wave die Online-Kommunikation verändert.”
  1. Ingmar sagt:

    Danke für Dei­nen Bei­trag zu Wave!

    Wir begin­nen gerade das erste „Ger­man Wave Camp 2009″ anzuschieben:

    http://WaveCamp.org

    WaveCamp.org dient als Netz­werk zur Vor­be­rei­tung und Pla­nung des Ger­man Wave Camp 2009 in Ber­lin sowie dem monat­li­chen WaveWed­nes­day in Berlin.

    Diese (Un-) Kon­fe­ren­zen sol­len dazu bei­tra­gen die gesell­schaft­li­che Inno­va­tion rund um das Google Wave Fede­ra­tion Pro­to­col in Deutsch­land zu för­dern und die an die­sem Ziel Inter­es­sier­ten mit­ein­an­der zu verbinden.

    Das Netz­werk ist offen für alle, die gerne mit­ma­chen möch­ten! In den Foren kön­nen auch krea­tive Gedan­ken aus­ge­tauscht wer­den rund um den Ein­satz von Wave in Bil­dung, Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen usw.

    Falls dich Wave noch mehr inter­es­siert und du Lust an wei­te­rem Aus­tausch hast, schau ein­fach vor­bei. Wir wür­den uns freuen dich auch dabei zu haben! :)

    Daten­schutz + Wave wird natür­lich auch ein wich­ti­ges Thema sein.

    Liebe Grüße
    Ingmar

  2. FERNmann sagt:

    Gerade das Bei­spiel Twit­ter (oder andere zen­trale Sys­teme wie Stu­diVZ oder ICQ) zeigt ja, wie anfäl­lig zen­trale Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­teme sind. Wenn Wave jetzt von mehe­ren Mil­li­ar­den benutzt wer­den würde (und zwar aus­schließ­lich), wür­den die Ser­ver­kos­ten gewal­tig in die Höhe schie­ßen, eine Firma hätte die kom­plette Kom­mu­ni­ka­tion der Mensch­heit in der Hand und der Google-Server wäre Angriffs­ziel #1 für Leute, die mög­lichst viel Scha­den anrich­ten wol­len. Da muss unbe­dingt ein dezen­tra­les Sys­tem her.

  3. JUICEDaniel sagt:

    @ Ing­mar: Danke für den Hin­weis!
    @ FERN­mann: Fai­rer­weise muss ich noch­mal dar­auf hin­wei­sen, dass Google Wave ja tat­säch­lich ein dezen­tra­les Sys­tem unterstützen/ermöglichen soll. Siehe: „Google möchte sein Pro­dukt als Open Source frei zugäng­lich machen, damit jeder die Mög­lich­keit hat, Wave auf eige­nen Ser­vern anbie­ten zu kön­nen. Das ermög­licht es Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen, einen eige­nen Wave-Dienst anzu­bie­ten. Doch ein Groß­teil der Kom­mu­ni­ka­tion wird sich sicher­lich auf Googles eige­nen Ser­vern abspielen.“

  4. FERNmann sagt:

    @JUICEDaniel: Weiß ich doch :) Nur fragt sich, ob andere Ange­bote (Yahoo, GMX, Web.de) eben­falls einen Wave-Dienst anbie­ten wer­den oder ob das ganze, wie du selbst sagst, doch Google-Only wird.

  5. JUICEDaniel sagt:

    Ja, das frage ich mich auch. Ich denke, wir sind uns da schon einig! Ich gehe halt wie gesagt stark davon aus, dass die meis­ten direkt den Wave-Dienst von Google nut­zen wer­den, was viele Vor­teile hat:
    - Keine Server-/Traffic-Kosten,
    - gute Erreich­bar­keit (nor­ma­ler­weise),
    - zen­trale Anlauf­stelle (keine neue Regis­trie­rung erfor­der­lich, die viele davon abhal­ten würde, Wave-Dienste auf frem­den Ser­vern zu nut­zen [„Och nee, nicht noch ein Account mehr!“]) etc.
    - Inte­gra­tion mit ande­ren Anbietern/Diensten mög­lich
    - Poten­ti­elle Com­mu­nity schon vorhanden/angemeldet

    Die Gefahr(en) dabei wird wohl kaum jemand beachten…

  6. rosenkrieger sagt:

    Schön geschrie­ben! Vor allem dein Bei­spiel werde ich wohl in Zukunft zitie­ren um jeman­den zu erklä­ren was Google Wave eigent­lich ist. Wenn man das Google IO Video nicht gese­hen hat kann man es ande­ren nur sehr schwer erklären.

    Ich bin mal gespannt wann die Invi­tes für „nor­mal sterb­li­che“ end­lich raus­ge­hen - freue mich ehr­lich gesagt enorm auf Wave

  7. rosenkrieger sagt:

    Zum Punkt: Nicht Erreichbarkeit/Datenschutz.

    Google hat im Google IO Vor­trag gemeint das es zwar Google Wave gibt - aber auch JEDER sich einen eige­nen Wave Ser­ver ein­rich­ten kann. Somit steht es jedem Unter­neh­men frei, einen eige­nen Wave Ser­ver im Intranet/Internet ein­zu­rich­ten. So hat man zwar Google Wave aber eben unter der kom­plett eige­nen Verwaltung.

  8. naja, erst­mal abwar­ten was das gibt.
    viel­leicht sollte die Über­schrift des­halb auch eher lau­ten „Wie Google Wave die Online-Kommunikation ver­än­dern könnte“, oder so.

  9. ririrap sagt:

    Wie heissr es so schön die 3 P’s
    Pro­dukt
    Pro­to­koll
    Plattform

    Die Idee hin­ter Wave ist nach mei­ner Ein­schät­zung weit­aus weni­ger kri­tisch in Bezug auf Daten­schutz (was zu prü­fen sein wird) zu sehen [da die Google Search ja in die Wave auf­ge­nom­men wer­den müsste als user, bzw. der ann­onyme Access ] und ziel sicher­lich auch schwer­lich auf eine Wer­be­fi­nan­zie­rung ab.

    1. Der Erfolg von Wave wird sich gerade zum Aus­druck brin­gen wie weit es gelingt Com­mu­nities, Betrei­ber, Ent­wick­ler und Fir­men zu aktivieren.

    Öko­no­misch ist Wave für Google sehr inter­es­sant aus fol­gen­den Gründen:

    Kampf­stra­te­gie vs. Micro­soft Bing:
    Micro­soft greift mas­siv Google finan­ziert mit sei­nen Gewin­nen aus OS und Office im Inter­net Search bereich an. Die Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie von Google besteht auch dar­in­nen Micro­soft in den Fel­dern anzu­grei­fen in denen MS das Geld ver­dient um Google unter druck zu set­zen.
    Mit Wave kön­nen die Umsätze von MS im Exch­ange, Out­look Kon­text mas­siv unter Druck gesetzt wer­den. Fer­ner ist es ein wich­ti­ger Bau­stein für den Angriff auf MS Office und MS Windows.

    Siche­rung des Inter­net als zen­trale und offene Dreh­scheibe:
    Netz­werke wie Twit­ter, Face­book haben grund­sätz­lich die Mög­lich­keit sich in ein abge­schot­te­tes Netz­werk wei­ter zu ent­wi­ckeln, wel­ches durch Google Search nicht mehr durch­sucht wer­den könnte. Ana­loge bestre­bun­gen sind aktu­ell ja bei den News Sei­ten zu beob­ach­ten. Durch das früh­zei­tige und mas­sive Pus­hen von HTML 5 und das akti­vie­ren eines gewal­ti­gen Poten­ti­als an Ent­wick­ler in die­ser sau­be­ren offe­nen Umge­bung lässt sich die Bedeu­tung der Offe­nen­heit des Inter­nets stärken.

    Posi­ti­ves Bild von Google als Inno­va­tor und Enabler:
    Mit Andriode, Chrome, Wave … kann sich Google als eine der inno­va­tivs­ten Fir­men und als Enabler für Geschäfts­mo­delle und Imp­le­nen­tie­run­gen etablieren.

    Vor­teil:
    Gut für Lob­by­ar­beit
    Zuspruch der Anwen­der
    Ent­ste­hung eine Com­mu­nity von Ent­wick­lern, die auf Google zurück­grei­fen zum Lösen von Problemen.

    Zusam­men­fas­sung:
    Angriff auf die Angrei­fer des Google Geschäfts­mo­dell, Sicherung/Stärkung des Nets als Eco­sys­tem des Google Geschäfts­mo­del­les. Mar­ke­ting.
    In wie weit, durch Dienst­leis­tun­gen rund um Wave und durch Wave sel­ber sich unmit­tel­bar Umsatz fürr Google wer­den rea­li­sie­ren las­sen steht noch auf einem ande­ren Platz. Denk­bare Ansätze hier.
    - SaaS: Google hos­tet Kun­den Wave Infra­struk­tu­ren in ihren Rechen­zen­tren
    - Google stellt über eine Platt­form Wave Apps von 3herstellern gegen Gebühr bereit und bekommt eine Pro­vi­sion: z.B. Ja-Nein-Vielleicht Modul für 99 Cent …
    - Google ent­wi­ckelt auf Wave Basis spe­zi­elle Enter­pri­se­ver­sion die Kos­ten­pflich­tig ist.
    - Google ver­zahnt Wave mit sei­nen ande­ren Ser­vices und sichert damit die Pla­zie­rung von Google Search und der damit ein­her­ge­hen­den Such­wer­bung.
    - Google wirbt in dem Wave Client.

    Unterm Strich:
    Wave stärkt Google und schwächt Micro­soft - Wave hilft Kun­den kos­ten in der Col­la­bo­ra­tons­in­fra­struk­tur zu spa­ren und effi­zi­en­ter zusam­men zu arbeiten.

  10. JUICEDaniel sagt:

    @ noch ein Mar­kus: So eine Über­schrift kommt weni­ger gut an… Zukunfts­spe­ku­la­tio­nen, die dann so gar nicht ein­tre­ten? Will doch kei­ner lesen. Eine Über­schrift sollte halt zum Lesen locken. (Aber nichts fal­sches ver­spre­chen / irre­füh­rend sein) - Und ich finde, dass die­ser Ein­trag doch zumin­dest eines rich­tig ver­deut­licht: Google Wave hat nicht nur das Poten­tial, son­dern es wird die (Online-)Kommunikation in irgend­ei­ner Form ver­än­dern. Da sind sich so ziem­lich alle einig und dafür ist Googles Erfin­dung tat­säch­lich ein­fach zu gut (von der Idee her!). Ein­zig an der Umset­zung (tau­send Bugs) könnte es noch schei­tern, aber das halte ich für ziem­lich unwahr­schein­lich. Von daher ist es klü­ger, sich gleich dar­auf ein­zu­stel­len, als blind ver­su­chen, dem aus­zu­wei­chen oder zu hof­fen, dass die große Welle nicht über das Web her­ein­bre­chen wird (womit ich nicht dich meine!).

    @ riri­rap: Sehr schö­ner Kom­men­tar. Aber „Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie MS“ finde ich doch ein wenig ein­sei­tig: Immer­hin war eine MS-Suchmaschine schon deut­lich frü­her im Web, wenn mich nicht alles täuscht und Google hat ange­grif­fen. Dem­nach wird es für MS auch höchste Zeit, sich mal zu ver­tei­di­gen. Ich sehe es eher umge­kehrt, was aber kei­nen der bei­den gro­ßen Anbie­ter in mei­nen Augen sym­pa­thi­scher macht. Indi­rekt sagst du das sogar selbst: „Die Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie von Google besteht auch dar­in­nen Micro­soft in den Fel­dern anzu­grei­fen in denen MS das Geld ver­dient um Google unter druck zu set­zen.“ -> Google greift hier an, nicht MS. (Und jetzt bitte nicht „Angriff ist die beste Verteidigung“!)

    Aber das ist eigent­lich nur eine Klei­nig­keit, von den Fak­ten und Gedan­ken an sich stimme ich dir näm­lich im gro­ßen und gan­zen zu - danke!

  11. JUICEDaniel sagt:

    @ rosen­krie­ger: Danke für dein posi­ti­ves Feed­back - freut mich, dass es dir gefällt! Zu dei­nem Punkt „Google hat im Google IO Vor­trag gemeint das es zwar Google Wave gibt - aber auch JEDER sich einen eige­nen Wave Ser­ver ein­rich­ten kann. Somit steht es jedem Unter­neh­men frei, einen eige­nen Wave Ser­ver im Intranet/Internet ein­zu­rich­ten. So hat man zwar Google Wave aber eben unter der kom­plett eige­nen Ver­wal­tung.„
    --> Das ist klar, da bin ich ja auch schon im Arti­kel dar­auf ein­ge­gan­gen und das hat­ten wir auch schon in den Kom­men­ta­ren gehabt!

  12. zentur sagt:

    Wie mein Vor­red­ner es so schön gesagt hat, es kann sich JEDER einen eige­nen Wave ser­ver ein­rich­ten und sogar einen der gar­nicht von Google ist aber 100% kom­pa­ti­bel sein wird.

    Das ganze nennt sich PyGo­Wave und ist unter http://pygowave.p2k-network.org/home/ zu finden.

    Wer die sour­cen haben möchte sollte hier mal vor­bei­schauen. http://code.google.com/p/pygowave-server/

  13. JUICEDaniel sagt:

    Um es dann zu nut­zen, muss man sich doch dort dann nochmal/auch anmel­den, oder?

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