Oder: Wieso die Wirtschaftskrise ihre ersten größeren Medien-Opfer fordert.
Liebe Userin, lieber User, es ist schade und traurig, aber bittere Realität: zoomer.de wird eingestellt – ein gutes Jahr nach seinem Start wird ein ambitioniertes Projekt beendet. Unser Portal geht Ende Februar offline.
So heißt es auf zoomer.de in einer Nachricht. Eine Nachricht, die mich traurig gestimmt hat. Zuerst hielt ich es für einen April-Scherz. Aber mein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass heute kein 1. April ist. Leider. Ich habe immer wieder gerne bei zoomer.de vorbeigeschaut. Gerne insbesondere wegen der kreativen News-Anordnung nach Aktualität, Interesse und zoomer.de. Dort verschwanden gute Nachrichten nicht sofort im Archiv (bei Sortierung nach Interesse oder zoomer.de) und wurden von Usern mit interessanten Kommentaren und daraus resultierenden Zitaten ergänzt. Für mich definitiv anders als Mainstream und daher lesenswert. zoomer.de war kreativ, frisch, jung, dynamisch, innovativ – mutig. Leider hat sich der Mut nicht bezahlt gemacht und die Nachrichtenseiten werden um eine Perle ärmer. Aus meiner Sicht ganz, ganz schade.
Die Nachricht hat bereits 288 Kommentare – da kommt selbst der Glaubenskrieg mit 244 Kommentaren nicht ran. Es zeigt, wie betroffen die User sind. So auch Midway:
Was soll ich jetzt sagen?! Ich hoffe, dass das ein schlechter Scherz ist! Ich kann es mir kaum vorstellen, dass ihr durch die Wirtschaftskrise so betroffen seid. (…) Schade, dass so eine Medienplattforum aufgrund von übertriebenem Kapitalismus untergeht. Kaum eine Seite, wird diese Lücke zur Hälfte auffüllen, die Zommer hinterlassen wird!
Oder auch Magix:
Jammern wird wohl leider nichts nützen! Ihr habt einen Spitzen-Job gemacht! Alle miteinander! Endlich ein ambitioniertes, sinnvolles Projekt, das so gut angelaufen ist. Eure Seite hat mich täglich begleitet! Danke dafür und alles gute für die innovativen Köpfe hinter dieser Seite!
Weitere Hintergründe und ein Interview dazu gibt es bei kress.
Bleibt mir nur ein herzliches Dankeschön – und Tschüss. Hoffentlich inspiriert es jemanden, die Idee bzw. das Konzept von zoomer.de zu übernehmen oder aufzugreifen. Nachrichten mit web2.0 für junge Leute – bereichernd.
Update [19:12 Uhr]: Passend dazu ein netter Vergleich in einem kritischen Blogeintrag:
Ich habe noch nie verstanden, warum man für ein Onlineportal ausgewiesene Printexperten verpflichtet. Man würde ja auch nicht auf die Idee kommen, die Chefredaktion einer Printzeitung mit einem Gemüsehändler zu besetzten, nur weil der seine Ware in Zeitungspapier einrollt.







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