Oder: Wieso bei Google offenkundig etwas nicht stimmt.
Das iTampon iPad ist trotz Google Buzz in aller Munde, was Apples schärfsten Konkurrenten Google wenig gefallen dürfte. Da helfen wir doch einfach mal nach, scheint sich Google gedacht zu haben – und zensiert das iPad eindrucksvoll. Allein in der Bildersuche wird deutlich: Google zeigt beim Suchbegriff “iPad” kein einziges Originalbild des iPads auf der ersten Seite der Bildersuche, lediglich eines hat es auf Seite 2 geschafft.
Nun könnte man das alles gar nicht weiter aufregend finden und schon gar nicht als Zensur ansehen. Wenn da nicht die beiden anderen großen Suchmaschinen Bing und Yahoo wären:
Der Fairness halber hier zum Vergleich Googles erste Seite:
Ziemlich auffällig, oder? Wer immer noch an Zufall glaubt, aufgepasst: Auf der ersten Suchergebnisseite gruppiert Google News folgende Nachrichten:
- Apple macht den Preis von TV-Sendungen iPad-tauglich [97 Artikel]
- Bill Gates ist vom iPad unbeeindruckt [11 Artikel] (an zweiter Stelle! – und das, obwohl es nur 11 Artikel sind)
- Apple iPad: Die Hardware-Kosten liegen bei maximal 335 Dollar [16 Artikel]
- Apple iPad: Neue Funktionen, Meinungen und Geschäftsmodelle [4 Artikel]
- Apples iPad: „Wage niemand, es mir zu schenken“ [28 Artikel]
- und fünf weitere Themen mit 1-4 Artikeln…
Auf Seite 2 wird es dann richtig interessant, zur Verdeutlichung wieder ein Screenshot:
“(…) zeichnet sich der erste Rechtsstreit ab.” Eine versteckte Botschaft an Apple? Eine Warnung oder gar Drohung? Ein Schelm, wer Böses denkt. Zurück zu den harten Fakten: 2.074 Artikel sind darunter zusammengefasst. Zum Rechtsstreit mit Fujitsu? Mit Sicherheit nicht. Auch das Ergebnis zeigt eindeutig: Die 2.074 Artikel sind vor allem eines: Erste Previews (teils als Reviews angepriesen) des iPads, die meisten überaus positiv. Apples stille Revolution, Apples iPad Nächster Goldrausch programmiert oder Apple stellt Mulitkönner iPad vor titeln Stern.de, Financial Times Deutschland und sueddeutsche.de. Seltsam, dass Google all die Lobeshymnen auf Seite 2 versteckt und den Rechtsstreit mit Fujitsu davor stellt.
Am deutlichsten dürfte die Zensur der Filter die Diskrepanz bei Googles Suchmaschine werden:
Zum Vergleich nun die Suchergebnisse zu “Google Buzz”:
Achtet einmal auf die Anzahl der Suchergebnisse: 28,1 Millionen für “iPad” und 54,7 Millionen(!) für “google buzz” – und das, obwohl Google Buzz noch viel jünger ist und ich es zusammen in Anführungszeichen geschrieben habe. Zufälliger? Interessanter Weise sind es fast exakt doppelt so viele Suchergebnisse. Auch bei den angebotenen News-Ergebnissen überwiegt “google buzz” mit 801 Nachrichten gegenüber 143 iPad-News. Scheinbar ziemlich eindeutig, was die Nutzer mehr interessiert.
Wieder sind es die großen Suchmaschinen Bing und Yahoo, die Zweifel daran aufkommen lassen. Sucht man bei Yahoos Nachrichtensuche nach iPad, so listet das Unternehmen aus Sunnyvale 2.787 Suchergebnisse. Bei google buzz sind es nur noch 372 – ohne Anführungszeichen. Mit sind es 328. Auch Bing findet bei iPad mit 100 Ergebnissen mehr als bei google buzz (87 Ergebnisse) oder “google buzz” (80 Ergebnisse). Und das, obwohl sowohl Apple als auch Google große Konkurrenten von Microsoft und Yahoo sind.
Wer bisher dachte, Google finde mehr als seine Konkurrenz, sollte sich diese Zahl zu Gemüte führen: 10,7 Millionen Ergebnisse für “google buzz” bei Yahoo, 818 Millionen (!) Suchergebnisse für ipad (und damit 789,9 Millionen Suchergebnisse mehr als Google). Noch Fragen?
Die Frage jedenfalls, die bei all dem bleibt, ist: Zensiert Google wirklich bewusst die Suchergebnisse für Apples iPad? Oder ist Google neuerdings einfach nur veraltet und langsam?
(Thx @ Michael)
PS: Allen, die immer noch an das Märchen glauben, Google sei besser als Bing oder Yahoo, sei dieser Artikel empfohlen: Surprise: Bing und Yahoo genauso gut wie Google.















Das ist wirklich mal interressant.
Grade als Suchmaschine, die bekannt dafür ist alles zu finden wirft das ganze nun ein sehr schlechtes Licht auf Google. Aber die Konkurrenz schläft halt nicht, und auch wenn es nicht grade die feine Art ist, ist auch das nur Marketing – wenn auch kein besonders gutes.
Aber bei allem anderen (also Apple mal ausgenommen) finde ich Google von den Ergebnissen immernoch besser als bspw. Bing.
Mit Bing arbeite ich an der Arbeit ab und an, denn Bing ist dort überall Standardsuchmaschine, und grundsätzlich wirft mir Bing immer recht fragwürdige Ergebnisse raus und bei Google finde ich unter den Selben Schlagwörtern direkt auf der ersten Seite das, was ich gesucht habe.
Könne man meinen. Wenn es nicht eine SUCHMASCHINE wäre. Denn gerade da sollte so etwas nicht sein. Zumal Google ja vehement bestreitet, irgendwas abseits China zu zensieren (abgesehen von PageRank-Abstrafungen wie einst BMW – was aber keine Zensur ist).
Daher kann man in diesem Fall leider nicht von Marketing sprechen. Bzw. kann man schon, aber “Skandal”, “Betrug” oder “Frechheit” trifft es besser. Denn hier offenbart Google im Prinzip, dass es lügt. Für ein Unternehmen, dass “don’t be evil” als Firmenmotto hat, finde ich das ziemlich erschreckend.
Wen das nicht überzeugt, aufgepasst: Durch diese Art der Wettbewerbsverzerrung spielt Google ganz klar sein Monopol aus und – jetzt wird es interessant – fügt Apple somit einen Umsatzschaden zu. Es gab schon mal ähnliche Fälle, bei denen Unternehmen geklagt und gewonnen haben (nicht auf den Suchmaschinenmarkt bezogen).
Apple wird natürlich nicht klagen, weil es 1. nicht klar nachweisbar ist, 2. einen Image-Verlust herbeiführt (“Apple heult, meckert, …”), 3. (zu) lange dauert, bis ein Ergebnis erzielt wird, 4. wahrscheinlich verliert und dann auch noch die Kosten tragen muss.
Jedenfalls war das, was Google hier macht, schon immer das, was ich befürchtet habe und was Google aber stets vehement bestritten hat. In diesem Fall ist es für mich offenkundig. Und das ist erst der Anfang…
Später, wenn wir so weit sind, dass wir sagen “Was Google nicht findet, gibt es nicht”, dann ist das ganz schön gefährlich, wenn Google etwas nicht finden WILL. (Damit kann Google auch maßgeblich politische Wahlen beeinflussen -> durch die Informationen, die gefunden werden und die eben NICHT gefunden werden etc.)
Klar, da gebe ich dir Vollkommen recht, und ich Stimme dir auch zu, dass man Google nicht als das non-plus-ultra sehen sollte. Ich schau auch oft genug bei Yahoo oder Bing rein, wenn ich bei Google nichts vernünftiges finde, aber erster Anlaufpunkt war (bisher) halt immer Google, da ich hier meist schneller und besser zum Ergebnis komme. Auch wenn das vllt auch darauf zurückzuführen ist, dass ich bei Google – da ich es schon seit den Anfängen nutze – eben weiß, wie es funktioniert.
Und es ist ganz klar, dass man in Zukunft aufpassen muss, in wie weit Google die ausgespuckten Daten kontrolliert, bzw. zensiert oder umsortiert.
Ich kann dir nur nochmal empfehlen, diesen Test hier zu machen: http://juiced.de/blog/surprise.....ie-google/ – Würde mich mal interessieren, was bei dir rauskommt!
Denn: Ich selbst nutze schon sehr lange nur noch Yahoo und bin vollauf damit zufrieden. Der Wechsel von Google zu Yahoo war lediglich eine gedankliche(!) Barriere und bot mir zudem noch bessere Suchergebnisse (subjektiv).
Dieser Bericht ist wirklich sehr interessant! Ich habe bereits davon gehört, dass Google und Apple kein gutes Verhältnis mehr zueinander haben, allerdings ist es mir in dieser Form völlig neu. Besonders auffällig wird es natürlich erst im Direktvergleich mit anderen Suchmaschinen….
Gegenthese:
Der Artikel hat eine falsche Überschrift. Wie wäre es mit dieser logischen Folgerung ->
– BING und YAHOO Suchergebnisse getarnte Werbebotschaften, oder warum google so beliebt ist -
JUICEDaniel lehnt sich hier weit aus dem Fenster. Das Aufdecken von Manipulationen, Betrug und Weltuntergang (Google…das Monster) ist natürlich immer eine tolle Überschrift. Jetzt lehne ich mich auch mal raus ;-)
Wenn ich die im Artikel gezeigten Suchergebnisse bewerte, dann komme ich eher zu der Frage “wie kann es sein, dass BING und YAHOO wie eine Werbeseite vom Hersteller wirken?”. Das kann doch nach Bauchgefühl nicht mit rechten Dingen zugehen. Wo sind die unzähligen Diskussionen, Gerüchte, Vorabtests und Medien-Veröffentlichungen geblieben? Dort sind Bilder, Texte und sonstige Informationen zu finden welche aufgrund der Verlinkung und des Alters vor einer Veröffentlichungsmeldung auftauchen müssen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden und es gibt sowas wie das Relevanzkriterium “offizielle Präsentation des Produkts”. Bei BING und YAHOO wäre das ja möglich und eine Manipulation ausschließen ;-)
Die Gegenthese halte ich aus folgendem Grund für nicht logisch:
Auch andere Suchmaschinen listen deutlich mehr (originale und positive) iPads. Google ist da die große Ausnahme. Wären es nur Bing und Yahoo vs. Rest, könnte man so etwas tatsächlich auch vermuten. Hier scheint die Sache aber recht klar zu sein.
Für mich liest sich nobodys Kommentar eher wie der eines Google-Mitarbeiters (daher auch anonym, ist ja typisch).
Lieber nobody: Suchmaschinen haben die Aufgabe, Inhalte zu finden und unverfälscht aufzulisten. Das Gerede um Apples neues iPad war in der Tat gigantisch, insofern spiegeln Bings und Yahoos Suchergebnisse diese Situation, wie sie im Internet stattfinden, detailgetreu und wahrheitsgemäß wider. Im Gegensatz zu Google: Völlig veraltete, irrelevante und teils einseitige (negative) Suchergebnisse. Das wirkt eben zensiert und wertend.
Wenn Yahoo und Bing MEHR finden, heißt das doch nicht, dass sie für Apple (wie absurd ist das denn?!) werben. Es heißt im Gegenzug eher, dass Google (ungewohnterweise) deutlich weniger findet – warum auch immer. Es riecht einfach danach, dass Google weniger finden WILL. Und da liegen die Gründe nun mal auf der Hand.
Hinweis: Microsoft und Apple sollten eigentlich größere Rivalen/Konkurrenten sein als Google und Apple. Daher kann ich mir beim besten Willen NICHT vorstellen, dass Microsoft Apples iPad pusht, damit Apple noch mehr Erfolg hat.
“Wo sind die unzähligen Diskussionen, Gerüchte, Vorabtests und Medien-Veröffentlichungen geblieben?” -> Die meisten Diskussionen glichen tatsächlich nur Lobeshymnen, die Ernüchterung der Geeks (Fachcommunity) war da nur ein kleiner Teil danach. Die Medien selbst haben nun mal überwiegend positiv geschrieben, Jobs gar als Messias dargestellt. (Vielleicht auch mit dem Hintergedanken, dass das iPad die schlechten Umsatzmöglichkeiten im Internet endlich beendet und Nachrichtenwebseiten endlich mit Paid Content Erfolg haben könnten) Wie dem auch sei: Bing und Yahoo liefer(te)n für mich ein authentisches Abbild der allgemeinen/vorwiegenden Meinung bezüglich des iPads, Google nicht. Hinzu kommt noch, dass das iPad deutlich mehr Buzz erzeugte, als Google Buzz. Das dürften alle so sehen – außer, surprise, Google.
Joa, beeindruckende Zahlen. Dazu will/brauch ich gar nicht mehr viel sagen…
Ein kleines Kommentar an dieser Stelle bzgl. der Bilder: Inzwischen sind die iPads bereits auf der ersten Seite gut zu finden.
Noch was allgemein: Wäre es vielleicht möglich deinen Blog breiter zu machen – also so, dass die Bilder vielleicht rechts/links neben dem Text Platz gehabt hätten? Wäre schöner zu lesen.
Wäre möglich gewesen, ja. Die Frage ist nur, ob es dadurch tatsächlich auch besser lesbar/übersichtlicher wäre. Für manche ist das eher verwirrend, die meisten lesen gerne alles untereinander.