Google Chrome-Alternative “SRWare Iron”: Der Browser der Zukunft?

Seit dem 18. September hat Googles neuster Browser Chrome eine attraktive Konkurrenz bekommen: SRWare Iron, ein Browser, der “auf dem unter dem Namen ‘Chromium’ ins Netz gestellten freien Sourcecode basiert”.

Was SRWare Iron so attraktiv macht, sind vor allem die Bereiche Datenschutz und Sicherheit. Auf der offiziellen Website wird der neue Browser großspurig vorgestellt:

SRWare Iron: Der Browser der Zukunft – basierend auf dem freien Quelltext “Chromium” – ohne Bedenken beim Datenschutz und der Sicherheit

Was das im Detail bedeutet, wird ebenfalls erklärt. Chromes mangelhafter Datenschutz wurde im “Eisen-Browser” in acht Bereichen verbessert. Client-ID, Timestamp, Suggest, Alternate Error Pages, Error Reporting, RLZ-Tracking, Google Updater und URL-Tracker suchen die Anwender in Iron vergeblich. Auch die Sicherheit ist durch die aktuelle Rendering-Engine WebKit (525.19) höher als beim Google-Pendant.

Wer skeptisch ist und dem angeblich besseren Datenschutz von SRWare Iron nicht traut, sollte sich folgendes genau durchlesen:

Kann man wirklich nachprüfen, dass Iron keine ungewollten Daten übermittelt, wie Sie versprechen?
Ja, dies ist für jedermann nachvollziehbar. Programme wie “Wireshark” scannen den gesammten Netzwerkverkehr. Jedes ein- oder ausgehende Packet wird protokolliert. Wir konnten keinerlei bedenkliche Aktivität feststellen. Sie können dies natürlich auch gerne selbst nachprüfen.

Das alles klingt bisher fast schon zu schön, um wahr zu sein. Gibt es denn auch kritische Stimmen? Chip.de fasst sein erstes Urteil über den neuen Browser recht fair zusammen:

Fazit: Selbst wenn Iron weniger persönliche Informationen versendet als Chrome, so haben beide Browser durch die gleiche Code-Basis dieselben Sicherheitslücken. Der fehlende Updater verhindert zudem, dass bekannte Lücken automatisch geschlossen werden können.

SRWare Iron hat demnach den Nachteil, dass Sicherheitslücken nicht automatisch geschlossen werden können, da der Anwender nicht ohne eigenes Nachschauen darauf hingewiesen werden kann. Was den Datenschutz anbelangt, so ist Iron trotzdem deutlich besser als Google Chrome. Somit muss jeder selbst abwägen, ob er sich für einen der beiden neuen Browser entscheidet oder einfach seinem alten Browser weiterhin treu bleibt. Alles hat seine Vor- und Nachteile, wie so oft im Leben.

Downloads und weitere News zum neuen Browser gibt es auf der offiziellen Website SRWare.net, softonic.de, winfuture.de und netzwelt.de.

Update [Montag, 22. Dezember 2008]: Mittlerweile hat sogar Gerald Reischl in seinem Googlefalle-Blog den Browser empfohlen. Nachdem Google Chrome nun offiziell keine Beta-Version mehr ist, haben auch die Entwickler von SRWare Iron sofort reagiert und am 14.12.2008 die neue Iron-Version 1.0.155.0 veröffentlicht. Der Browser wird regelmäßig upgedatet und kann hier runtergeladen werden. Bereits zuvor wurde ein Werbeblocker integriert – lobenswert! Außerdem wurde auch die portable Version des Iron-Browsers (für USB-Sticks) verbessert.

Ähnliche Artikel:

About JUICEDaniel
Daniel ist Online-Journalist, Weblogger, Webdesigner und leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Er bloggt hauptsächlich auf JUICEDblog über mediale und digitale und Themen. Nebenbei erstellt er auch Webseiten und Weblogs für sich und andere.

Comments

Trackbacks

  1. [...] Steropoly Addicted to Coffee Juiced.de Innovative Webmedia JanneWapBlog Monstropolis [...]

Gib deinen Senf dazu

*