Datenwachschutz zu verkaufen: wenig Werbeinnahmen.
24. März 2009 von JUICEDaniel
Kategorien: Internet
Oder: Wieso ich meine Werbeeinnahmen nie öffentlich präsentieren würde.
Gerade bin ich darüber gestolpert. Datenwachschutz.de wird verkauft. Das Interessante dabei: die bisherigen Werbeeinnahmen. Und die sind in meinen Augen erschreckend niedrig für ein Blog in dieser Größenordnung.
Adsense Einnahmen
Juli 2008 00,30 €
August 2008 17,79 €
September 2008 41,81 €
Oktober 2008 66,15 €
November 2008 49,71 €
Dezember 2008 58,73 €
Januar 2009 58,31 €
Februar 2009 69,78 €
Damit das klar ist: Wir reden hier von einem Blog in folgender Größenordnung:
Pagerank Datenwachschutz.de: 5
Pagerank Blog.Datenwachschutz.de: 4
Deutsche Blogcharts: Platz 73
Blogoscoop: Platz 54
Also eine – verglichen mit anderen Blogs – sehr große Größenordnung. In diesem Kontext erscheint mir die angebliche Umsatzmöglichkeit eben doch an den Haaren herbeigezogen:
Derzeit haben wir min. 35 – 50 Kunden pro Monat. Auf das Abomodell gerechnet würden dann bei 35 Privat Kunden, pro Monat ca. 50.000 Euro per anno erzielt werden, + Geschäftskunden + SEO + Webdesign. Da die Preise dort erheblich höher ausfallen, sind meine geschätzten 100.000 Euro und mehr per anno, auch nicht an den Haaren herbeigezogen.
Auch die Begründung finde ich ganz schwach:
Allein weil das ganze noch auf Anfang steht.
Ich will jetzt nicht den Kaufpreis mindern oder unberechtigte Kritik üben, aber doch meine Gedanken frei dazu äußern. Aus langjähriger Erfahrung empfinde ich die 100.000 Euro pro Jahr aus mehreren Gründen als utopisch:
- Der Käufer muss eine höchstwahrscheinlich mindestens vierstellige Summe investieren.
- Der Käufer muss sich mit dem Thema / den Themen nahezu genauso gut auskennen, um erfolgreich weiter zu machen.
- Der Käufer muss viel Zeit haben. (Wäre es nicht so zeitaufwendig, würde der alte Besitzer ja nicht verkaufen.)
- Der Käufer muss am Anfang sogar besonders viel Zeit haben, um sich einzuarbeiten.
- Der Käufer muss Personal einstellen, wenn er ernsthaft “Firma Datenwachschutz” um SEO, Webdesign und/oder andere Bereiche erweitern möchte. Die wiederum müssen auch bezahlt werden (was zugegeben jedoch nicht den Umsatz schmälert, aber den Gewinn).
- Der Käufer muss das Vertrauen der bisherigen Kunden gewinnen.
Noch einmal zur Aussage “Allein weil das ganze noch auf Anfang steht.”: Für mich ist das kein Kaufgrund, sondern das krasse Gegenteil. Basicthinking.de ist doch gerade deshalb so erfolgreich und medienwirksam verkauft worden, weil es so bekannt ist. Je bekannter, desto besser / wertvoller. Oder nicht? Wenn es jedoch erst am Anfang steht, heißt das nichts anderes als: “Da wartet noch jede Menge Arbeit auf dich.” Und dafür braucht der Käufer auch noch ‘ne Menge Zeit. In der Zeit kann man mitunter in der gleichen Zeit sein eigenes Projekt aufbauen, im web2.0-Zeitalter ist das doch kein Problem mehr. Schneller denn je werden Seiten bekannt (und verschwinden genauso schnell wieder von der “Webfläche”), ein paar ausgeklügelte Marketingaktionen hier, ein bisschen SEO da – wer es wirklich darauf anlegt, hat heutzutage so viele Möglichkeiten wie noch nie zuvor, bekannt zu werden.
Tipp: Ich würde es anders formulieren. Denn laut blogoscoop ist das Blog ja schon 781 Tage alt. Und das ist im Web doch gar nicht so wenig. (Einfach nur das Alter angeben und den Käufer selbst bewerten / entscheiden lassen!)
Hinzu kommt noch, dass die Argumentation nicht wirklich überzeugend ist. Mich jedenfalls überzeugt sie nicht. Denn 100.000 Euro kann ich doch im Prinzip mit jeder Seite verdienen. Rein theoretisch gesehen. Dann könnte ich sogar JUICEDblog zum Verkauf anbieten und sagen: Mit dieser Seite können Sie 1.000.000 Euro pro Jahr verdienen. Sie müssen einfach nur … und … machen und schon ist es passiert und Sie sind Millionär! Greifen Sie jetzt zu! ;)
Nichtsdestotrotz wünsche ich dem Verkäufer der “Firma Datenwachschutz” viel Erfolg beim Verkaufen! Außerdem möchte ich noch anmerken, dass ich es sehr schade finde, dass das Blog verkauft wird. Ich habe immer mal wieder sehr gerne gelesen. Aber die Einstellung, lieber weniger und dafür besser zu machen, schätze ich sehr. (=Qualität statt Quantität, im Web gar nicht mehr so einfach…) Alles Gute weiterhin!







Extrem schlechter Artikel.
Hast du dir angeschaut wo AdSense Werbung angezeigt wird? Die wird – wie der Inhaber auch geschildert hat – sehr spärlich und im Hintergrund eingesetzt. Es wäre auch dumm, zu viel und zu aufdringliche Werbung zu schalten, wenn der Hauptverdienst durch den Verkauf der Dienstleistungen erzielt wird.
Ich halte bei momentanen 20 000 Eur Umsatz pro Jahr 100 000 nicht unrealistisch. Wie er selbst schreibt muss natürlich genügend SEO betrieben werden und investiert werden.
1. Der Käufer muss eine höchstwahrscheinlich mindestens vierstellige Summe investieren.
–> Natürlich. Eine vierstellige Summe ist für einen Dienst der Größenordnung nicht viel.
2. Der Käufer muss sich mit dem Thema / den Themen nahezu genauso gut auskennen, um erfolgreich weiter zu machen.
–> Das ist immer die Voraussetzung :D
3. Der Käufer muss viel Zeit haben. (Wäre es nicht so zeitaufwendig, würde der alte Besitzer ja nicht verkaufen.)
–> Das ist ja der Grund wieso er das Projekt verkauft?
4. Der Käufer muss am Anfang sogar besonders viel Zeit haben, um sich einzuarbeiten.
–> Wenn du mir eine Arbeit nennst wo man sich nicht einarbeiten muss… :)
Also ich hab mit Juiced.de mit deutlich weniger Besuchern teils gleich viel umgesetzt – und das, obwohl die Werbung ebenfalls sehr dezent eingesetzt war. (Mittlerweile nutze ich aus verschiedenen Gründen kein Adsense mehr)
Unter diesem Gesichtspunkt wundern mich die meiner Meinung nach geringen Einnahmen der Webseite einfach nur. Wenn ich darüber nachdenke, gibt es vielleicht zwei Gründe dafür:
1. Die User werden mehr und mehr immun gegen (die) Werbung. (Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal auf eine Adsense-Werbung geklickt hätte oder sie überhaupt bewusst wahrgenommen, sprich gelesen hätte.)
2. Die User benutzen mehr und mehr Spam-Blocker und/oder Anti-Banner-Extensions für ihre Internet Securities und Firewalls, sodass die (Adsense-)Werbung gar nicht mehr angezeigt wird. (Das ist bei mir seit einiger Zeit der Fall.)
Wenn du derzeit einen Jahresumsatz von 20.000 Euro/Jahr hast, gehörst du echt zu den Spitzenverdienern. Würde mich interessieren, wer hinter “kon” steckt?! (Der Datenwachschutz-Admin selbst? [Wäre naheliegend, ich hätte einen kritischen Kommentar von ihm schon längst erwartet, zumal er sogar einen Pingback zu meinem Artikel zugelassen hat!])
Zu den vier Anmerkungen:
1. Das stimmt. Wobei ich auch “mindestens” schrieb. Wenn sich die Leute gegenseitig hochpushen, kann die Summe schnell in einem fünfstelligen Bereich liegen. Wobei ich das unrentabel finde. Aus eigener Erfahrung kenne ich es bisher so, dass man ein bis drei Monatseinkünfte als Wert ansetzt (wobei Community-Mitglieder nochmal einen zusätzlichen Wert haben -> dürfte beim Blog nicht berücksichtigt werden). Vielleicht irre ich mich auch und der Wert hat sich geändert? Oder der Verkaufswert wird nun anhand des potentiellen Werts ermittelt, nicht des tatsächlichen? (Wäre mir neu… die meisten kaufen doch zum aktuellen Wert, um in Zukunft mehr damit zu verdienen -> bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage eher heute als morgen, sprich sehr kurzfristig!)
2. Siehe mein – ebenfalls kritischer – BasicThinking-Blogeintrag: Meiner Meinung nach ist es wohl leider nicht. Denn was (oftmals) fehlt, ist die persönliche Identifikation, das Herzblut, die 100%ige Motivation. Leider.
3. So habe ich das zumindest verstanden. Siehe: “(…) Deswegen muss ich jetzt Prioritäten setzen und meine Projekte kürzen, bzw. wie in diesem Fall, mich von einem Projekt trennen. Es nützt ja nichts wenn ich zu viele Baustellen gleichzeitig habe und mich nicht zu 100% auf eins komplett konzentrieren kann.” (http://www.blog.datenwachschut.....-for-sale/)
4. Puuh, es gibt da bestimmt welche, die ich jetzt aber nicht unbedingt nennen mag (überleg mal, dir fallen sicher auch welche ein). Aber du hast schon recht: Bei fast allen muss man eingearbeitet werden, ja. (Ist also kein wirkliches Argument meinerseits, sehe ich ein!)
Gerade gesehen: http://www.blog.datenwachschut.....eue-admin/ (siehe Kommentare!) – Wenn das echte Kommentare sind (von Heri), habe ich so meine Zweifel am weiteren Erfolg von datenwachschutz (vor allem die genannten Themen!)