Nerd-Debatte: DoFollow vs. NoFollow auf WordPress-Blogs

„NoFollow sind Linkattribute, die das Weiterverfolgen von Suchmaschinen auf externe Links bei Kommentaren verbietet.“ Daniel von Bike Punk

In WordPress-Blogs gibt es so eine Möglichkeit, nicht nur Menschen, sondern auch Suchmaschinen den angegebenen Webseiten der kommentierenden Nutzer „folgen“ zu lassen. Bedeutet: Jedes Mal, wenn ein Nutzer beim Kommentieren seine Webseite angibt, wird das auch von Google & Co. erfasst – und ist somit stets ein bisschen positive Eigenwerbung, die gerne auch als „Danke schön“ für den Kommentar betrachtet wird.

Standardmäßig wird den Webseiten in den Kommentaren nicht gefolgt (NoFollow). Das lässt sich jedoch schnell ändern – etwa mit dem Plugin DoFollow. „The DoFollow plugin for WordPress lets you remove the evil NoFollow attribute from your comments. Because NoFollow will not work.“ beschreibt der Autor sein Plugin, das auf immerhin 69.620 Downloads seit Juni 2010 kommt (letzte Woche waren es 289 Downloads, die Downloadrate bewegt sich konstant auf diesem mittelprächtigem Niveau).

Vor einigen Jahren habe ich mich mit dieser Debatte auseinander gesetzt und kam zu dem Entschluss, DoFollow nicht einzusetzen. Doch wie so oft im Leben sollte man seine Einstellungen und Meinungen zu diversen Themen immer mal wieder überprüfen. Auch bei mir war das neulich der Fall, nachdem ich mich an einer spannenden Diskussion zu dem Artikel „Ja zu DoFollow“ auf Bike Punk beteiligte.

Im Folgenden möchte ich nun die darin erwähnten Vor- und Nachteile von DoFollow auflisten und dabei anmerken, dass die Nachteile fast alle von mir stammen.

Für DoFollow: Einstieg

1. DoFollow sorgt dafür, dass Google auch den Webseiten der Kommentatoren folgt. Sprich: Es lohnt sich dann doppelt, einen Kommentar zu verfassen, weil man dadurch noch einen weiteren Link auf die eigene Webseite bekommt.
2. Kommentieren ist ein Geben und Nehmen. Ich freue mich über Kommentatoren und biete dafür einen Backlink. Meist bin ich dann in den Blogs auch Stammleser und Kommentator.
3. Ich finde es fair, wenn jemand Artikel auf einem Blog liest und kommentiert, dafür zur Belohnung auch einen Backlink bekommen kann.

Gegen DoFollow: Einstieg

1. Ich selbst habe DoFollow bewusst nicht aktiviert, weil ich möchte, dass User einzig und allein des Kommentars willens kommentieren – und nicht etwa, um noch einen weiteren Link für Google zu kassieren.
2. Es gibt nämlich – leider – auch viele (Halb-)Spammer, die überall nur schnell was hinschreiben, um einen weiteren Link für ihr Blog zu kassieren. Und das ist die falsche Motivation.
3. Man sollte nicht kommentieren, um etwas dafür zu bekommen. Man sollte auch in der Lage sein, zur zu Geben. „Und was springt für mich dabei raus?“ wäre eine egoistische und keine soziale Fragestellung, die man nicht fördern sollte.

Motivation #1

1. Antwort: Trotzdem revanchiere ich mich mit einem Backlink, weil Linkgeiz einfach doof ist.
2. Ich finde, dass hier auch wieder Menschen vorverurteilt werden und vorschnell eine falsche Kommentarmotivation unterstellt wird.
3. Ich finde das Prinzip des Sharens richtig und unterstützenswert, auch wenn es von einigen (wenigen) vielleicht missbraucht werden könnte.
4. Wenn man mehr Mehrwert geben kann, als den üblichen (Geiz)-Standard, dann sollte man das im Sinne der Blogger-Community tun. Als positives Beispiel voran gehen und andere freundlich dazu aufmuntern es gleich zu tun.
5. Dass nur wenige den Unterscheid zwischen DoFollow und NoFollow kennen, ist für mich das zentrale Problem. Umso mehr Leute DoFollow kennen würden, desto mehr würden ihren Blog umstellen.
6. Mit anderen Worten: NoFollow ist Ausdruck der typisch deutschen Geiz ist geil Mentalität.
7. Linkgiving ist angesagt, Linkgeiz ist aber so was von out.
8. Es gibt sogar Bloglisten, in denen DoFollow Blogs aufgeführt werden.
9. Wer DoFollow nicht möchte, der soll es ausschalten. Denn eigentlich sollte WP das standardmäßig bereitstellen. Oder als Auswahl abfragen.
10. Zitat: „Ich komme mir mit meinen abgegebenen Kommentaren auf NoFollow-Blogs immer so unerwünscht vor.“

Motivation #1

1. Behauptung/Frage: Wenn ein Kommentar gut geschrieben ist, klicken die Leute meistens ohnehin auf die URL der Person drauf. Und DAS ist doch schon positiver Nebeneffekt/Mehrwert genug, oder? Denn nach wie vor gilt: Ich will natürlich, dass die Leute in erster Linie um des Kommentars willen kommentieren. Alles andere ist zweitrangig.
2. Die Sache ist: Wenn jemand nicht kommentiert, weil du kein DoFollow hast, dann ist er doch nur auf einen Backlink aus. Anders formuliert: Wenn jemand erst nachschaut, ob du DoFollow aktiviert hast, bevor er kommentiert — und es ohne DoFollow nicht tut, dann ist er doch nur auf einen Backlink aus.
3. Die Frage ist also: Welche Art von Kommentatoren gewinnst du hinzu, wenn du „DoFollow“ an hast? Die Antwort: Nur solche, die darauf überhaupt achten. Und welche sind das? Diejenigen, die auf einen Backlink aus sind.
4. Reicht es nicht schon, dass man die Webseite angeben kann und die Leser dann draufklicken können? Das ist doch kein Linkgeiz, der Link ist doch da — allerdings eben für die Leser und nicht für die Suchmaschinen. Und das finde ich vollkommen ausreichend. Ich schreibe für die Leser und nicht für die Suchmaschinen. Und so sollte es als Kommentator auch sein, finde ich.
5. Ich selbst habe noch NIE nachgeschaut, ob DoFollow an oder aus ist. Es hat mich nicht interessiert; deswegen kommentiere ich nicht. Man sollte i.d.R. einzig und allein um des Kommentars willens kommentieren — und das sollte auch immer so bleiben. Mit einem Verzicht auf NoFollow fördert man diese Einstellung allerdings nicht.

Motivation #2

Antwort: Das kommt schon vor. Lässt sich aber gut rauserkennen. Und wenn es ein konstruktiver Kommentar ist, ist mir das ziemlich egal, ob gezielt oder nicht.
Mit anderen Worten: Wenn der Kommentar zum Artikel passt, ist er damit trotz vielleicht falscher Motivation ein Beitrag für die Seite.

Motivation #2

Frage: Verleitet es nicht dazu, dass manche Menschen nur gezielt kommentieren, um einen Link mehr abzugrasen? (Denn nur Nerds dürften wissen/sehen/nachschauen, ob DoFollow oder NoFollow eingestellt ist. Also eine ziemlich kleine Anzahl von Usern…)
Antwort-Antwort: Mir ist das sogar so egal, dass ich dann herzlich gerne auf die paar wenigen Ausnahmen verzichten kann. (Zumal die meisten dieser missbrauchten Backlink-Sammel-Kommentare eher nicht konstruktiv sind und ich sie dann ständig rausfiltern muss, was nervt.)

Spam

Antwort: Ich sehe kein erhöhtes Spamaufkommen, auch nicht in anderen DoFollow-Blogs.
Und: Ich glaube, dass man Spammer schnell raussortieren kann. Wobei man eben wirklich zwischen Spam und konstruktiven Beiträgen unterscheiden sollte.

Spam

Behauptung: Wenn Blogs von Grund auf alle DoFollow wären, wäre das ein Paradies für Spammer und SEOs, um Backlinks zu erhaschen.

SEO-Faktor

Antwort #1: Auch das kommt schon mal vor. Allerdings kenne ich auch DoFollow Blogs, die schon Jahre einen PageRank von 4 oder 5 haben.
Antwort #2: Wenn doch in anderen europäischen und US-amerikanischen Blogs DoFollow sich schon seit Ewigkeiten durchgesetzt hat, kann der Seo Einfluss ja nicht so groß sein.

SEO-Faktor

Frage: Schadet es nicht dem eigenen Google-Wert (SEO-Faktor), wenn man zu viele Links auf andere Seiten rausschleudert? Wenn man nämlich ZU viele Links auf andere Seiten verbreitet, ist das doch eher negativ für den eigenen Seitenwert, oder?
Antwort-Antwort: Hat DoFollow sich denn wirklich durchgesetzt? Wer sagt das?

International /Ausland

Behauptung: In anderen Ländern ist DoFollow viel mehr verbreitet.

International / Ausland

Antwort: Dass die USA da schon „weiter“ sind, kann ich mir in diesem Zuge gut vorstellen. Denn da ist Bloggen ja auch ein viel größeres Geschäft, viele leben davon. Da ist nicht der Backlink die Motivation, sondern das Geld dahinter. Aber weder Backlink noch Geld sollten beim Bloggen die Motivation sein. Und auf die paar wenigen Leute, die wegen fehlenden DoFollow nicht kommentieren, kann ich getrost verzichten. Etwas Konstruktives zur Diskussion hätten sie dann vermutlich ohnehin nicht beizutragen gehabt.

Und was sagen die WordPress-Profis auf Twitter dazu?

Comments

  1. says

    Ich denke, wer einen guten, zum Artikel beitragenden, Kommentar schreibt, hat sich den Do-Follow-Backlink verdient. Für den ganzen Rest gibt es Spam-Filter. Und ich würde auch nachträglich URLs aus sinnfreien Kommentaren (egal mit welcher Absicht) komplett heraus nehmen (sollte man natürlich transparent dokumentieren und in seiner Kommentar-Richtline/Hinweise schreiben, dass man sowas macht).

  2. FERNmann says

    Wer tatsächlich soviel Zeit investiert, DoFollow-Blogs zu finden und darin seine URL zu verbreiten, der kann die Zeit doch auch zum Schreiben von Beiträgen auf seinem Blog nutzen, das bringt sicherlich mehr Leser. Denn wenn keine Inhalte da sind, dann gehen die Leute wieder, egal welchen PageRank man jetzt bei Google hat. Und Bots kann man sowieso ziemlich zuverlässig rausfiltern.

  3. says

    @ Dennis Morhardt: URLs aus sinnfreien Kommentaren werden bei mir ohnehin rausgenommen – so sie denn freigeschaltet werden. Ich weiß aber nicht, ob man da überhaupt darauf hinweisen muss (bezogen auf die Kommentar-Richtlinien), weil es die Spammer eh nicht lesen werden und die, die es lesen könnten, gar nicht betrifft.
    Und selbst wenn man solche Richtlinien hätte: Wo würde man sie dann einbinden, ohne dass sie stören?

    @ FERNmann: Ist das also ein Plädoyer für oder gegen DoFollow?

  4. Daniel says

    Und selbst wenn man solche Richtlinien hätte: Wo würde man sie dann einbinden, ohne dass sie stören?

    Wenn überhaupt im Impressum, wobei es dort auch nicht wirklich gelesen wird :p
    Aber ich denke, dass man bei Spam durchaus einfach als Moderator das Recht hat die URL heraus zunehmen, genauso wie man ja unpassende Beiträge löscht oder gar nicht freischaltet.

    Aber was wäre denn überhaupt eine Richtlinie? Ich tu mich mit solchen Begriffen immer etwas schwer. Als Beispiel dient dafür ja schon der Kommentar aus meinem Blog über den wir ja quasi bereits diskutieren ;-)

  5. Daniel says

    Zu meiner Behauptung, dass in anderen Ländern sich doFollow bereits durchgesetzt hat und noFollow eher aus der deutschen Geiz ist geil Mentalität stammt, werde ich am Wochenende noch einmal recherchieren. Ich habe dazu mal einen guten Artikel gefunden, finde den aber ad hoc nicht im Feedreader. Aber dazu kommt noch was.

  6. says

    Ja, im Impressum kann ich mir solche Guidelindes dann auch sparen… ;) Sehe es genauso wie du: Spamlinks als Mod einfach raus, da brauche ich nicht mal drüber zu reden – das versteht sich von selbst.

    Was deinen Auslands-doFollow anbelangt freue ich mich schon auf deinen guten Artikel. (Und behalte mir vor zu sagen: Andere Länder, andere Sitten ;) )

  7. Michael K says

    ich bin der Meinung wenn man auf einem Blog einen guten Artikel findet, sollte man dazu immer einen Kommentar schreiben, egal ob die eingetragene Seite mit Folloe oder Nofollow verlinkt wird. Ich bin auch auf Us Blogs unterwegs, dort gibt es viel mehr Followblogs als hier, oft ist den Betreibern sogar egal mit welchen Namen sich man da verlinkt.

  8. says

    Genau sehe ich auch als Vorteil, das es einen sogenannten Baklink gibt. Allerdings muss ich Michael K recht geben, wenn ein guter Beitrag zu lesen ist sollte man auf jeden Fall einenn Kommentar dazu abgeben.
    Was spricht gegen ein Paradies für Spammer und SEOs die Welt kostet ohnehin schon genug. Wenn sich dann schon jemand die Arbeit macht und etwas schreibt was auch Hand und Fuß hat was spricht dagegen, wenn dann ein Link auf seine Seite führt?

  9. says

    @ Jürgen: Nichts für ungut, aber genau solche Kommentare (Argumentationen) sind für mich ein Grund, die Links NICHT auf dofollow zu stellen. Denn das betrifft ja nicht deinen an für sich vorhandenen Link, auf den die Leser nach wie vor klicken können. Sprich: Wenn du also etwas schreibst, das “Hand und Fuß” hat, dann merken das die Leser ohnehin und klicken bei Interesse auf den Link – ganz unabhängig ob der Link auf dofollow oder nofollow gestellt ist. Suchmaschinen-Bots, Crawler und Spider hingegen können den Gehalt/Wert eines Kommentars nicht messen.

  10. says

    1. Ich selbst habe DoFollow bewusst nicht aktiviert, weil ich möchte, dass User einzig und allein des Kommentars willens kommentieren – und nicht etwa, um noch einen weiteren Link für Google zu kassieren.

    Selber in Dofollow Blogs wie http://www.bitpage.de/2013/internet/wie-analysiere-ich-meinen-techblog zu posten um einen Backlink zu bekommen ist dann aber ok, oder ?
    Dein Kommentar dort war doch nur um noch einen weiteren Link für Google zu kassieren. Dofollow und nofollow war ja da nicht das Thema .
    Grüße
    Lothar

  11. says

    @ perfect-seo.de: Ich habe bisher noch NIE nachgeschaut, ob auf irgendwelchen Blogs die Kommentarlinks auf Dofollow gestellt sind. Und wenn du mal kurz im Internet nachgeschaut hättest, wäre dir schnell aufgefallen, dass ich auf unzähligen Blogs liebend gerne kommentiere – einfach, weil ich sehr gerne (mit)diskutiere. Und wenn es einen hilfreichen Artikel zum Thema gibt: Wieso nicht?

    Ich finde dieses übervorsichtige “Sorry für meinen Link” echt nervig, da es bei Bloggern doch darum geht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Aus meiner Sicht macht hier SEO manchmal mehr kaputt. Denn witzig: Kaum geht’s um die “Dofollow”-Thematik, tauchen auf einmal die ganzen SEO-Leute wie du auf. Ansonsten habe ich die noch NIE auf JUICED kommentieren sehen. Traurig, aber wahr. Daher: Dofollow – wrong kind of gaming.

    Was Bitpage anbelangt: Ich denke, dass Christopher es mir nicht übel nimmt, wenn ich dort einen (passenden!) Link poste, der gut dazu passt. Aber ja, insgesamt sollte das Verhältnis natürlich ausgewogen sein…

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