Planet der Affen: Prevolution: Der haarige Revolutionsführer

Planet der Affen: Prevolution (Bild: 20th Century Fox)

Die kurze Inhaltsangabe von Planet der Affen: Prevolution wird sicher niemanden groß vom Hocker hauen: Ein größenwahnsinniger Affe ist unzufrieden mit der Gesamtsituation und plant daraufhin, die Weltherrschaft an sich zu reißen. So klingt die Story wenig revolutionär, die Weltgeschichte ist schließlich voll von solchen Typen. Interessant wird die Sache aber dadurch, dass es sich in diesem Fall zur Abwechslung mal um einen echten Affen handelt, einen mit Haaren am ganzen Körper und einer gesteigerten Vorliebe für Bananen. 

Planet der Affen: Prevolution erzählt die Vorgeschichte zum Meisterwerk Planet der Affen von 1968 und läuft heute endlich in unseren Kinos an. Und auch wenn ich Affen nicht ausstehen kann, muss ich offen und ehrlich zugeben: Der Film ist überraschend gut geworden.

So nimmt das Unheil seinen Lauf

Planet der Affen: Prevolution (Bild: 20th Century Fox)

James Franco und Freida Pinto

Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) ist fieberhaft dabei, ein Virus zu entwickeln, der zerstörtes Gehirngewebe regenerieren und damit unter Umständen seinen an Alzheimer erkrankten Vater heilen kann. Als Rodman schon glaubt, den Durchbruch geschafft zu haben, geht irgendetwas fürchterlich schief und die Versuchsaffen werden allesamt eingeschläfert. Beim Ausmisten der Käfige entdeckt Rodman jedoch ein Affenbaby, das versteckt in einem Stapel Lumpen überlebt hat. Und weil er es nicht übers Herz bringt, den haarigen Winzling auch noch zu töten, schmuggelt er das Tier heimlich aus der Forschungsanlage und zieht es bei sich daheim groß.

Dort muss Rodman recht schnell feststellen, dass die Versuche an der Affenmutter auch am Nachwuchs ihre Spuren hinterlassen haben. Der Kleine entwickelt bald beachtliche intellektuelle Fähigkeiten, die sogar die gleichaltriger Menschenkinder in den Schatten stellen. Er lernt eine komplexe Zeichensprache, hilft im Haushalt und zeigt ganz eindeutig Gefühle. Für Rodman ist das der eindeutige Beweis dafür, dass seine Forschungen erfolgreich waren und so verabreicht er seinem dementen Vater vorm Einschlafen noch schnell eine Dosis des Virus. Zack-Bumm, am nächsten Tag ist der alte Mann geistig wieder vollkommen klar und Rodman Junior hat nun genügend Argumente, seinen geldgeilen Chef zur Wiederaufnahme der Experimente zu überreden. Damit gehen die Probleme aber erst richtig los.

Die Bedenken waren riesig

Als vor rund zwei Jahren die Gerüchte laut wurden, 20th Century Fox plane, die Vorgeschichte vom Plant der Affen zu verfilmen, war aus Fankreisen nur ein gequältes Aufstöhnen zu hören. Häufig gestellte Fragen waren damals „Warum nur?“, „Ist euch den nichts heilig?“ oder „Könnt ihr die Affen nicht in Frieden ruhen lassen?“. Das Original mit Charlton Heston in der Hauptrolle war schließlich ein Meisterwerk und niemand rechnete so wirklich damit, dass Prevolution qualitativ daran anknüpfen könne.

Doch die Befürchtungen waren vollkommen unbegründet. Eine Tatsache, die wohl vor allem den Drehbuchschreibern zu verdanken ist. Denn die und Regisseur Rupert Wyatt haben besonderen Wert darauf gelegt, dass Planet der Affen: Prevolution kein hirnloser Actionblockbuster wird, sondern eine überaus gelungene Mischung aus spannendem Thriller und Charakterstudie mit vereinzelten Elementen aus einem Gefängnisfilm. Hauptaugenmerk liegt auf dem Affen Caesar und seiner Entwicklung vom putzigen Haustier zum verbitterten Revolutionsführer. Dabei sind seine Beweggründe auf diesem Weg allesamt derart gut nachvollziehbar, dass der Kinozuschauer einfach nicht drumherum kommt, mit unserem nächsten Verwandten mitzufiebern. Das geht sogar so weit, dass man beim Showdown am Ende sogar eher Caesar und seiner Primaten-Armee die Daumen drückt als der eigenen Spezies.

Planet der Affen: Prevolution (Bild: 20th Century Fox)

Hat schon einen Plan: Der intelligente Affe Caesar

Der Affe ist der Star

Entscheidenden Anteil daran hat aber auch die Special-Effects-Crew. Die hat es nämlich tatsächlich geschafft, am Computer einen Affen zu erschaffen, der in seiner Mimik und Gestik derart überzeugend ist, dass er den Film im Alleingang stemmen kann. Denn James Franco macht seine Sache als getriebener Wissenschaftler zwar recht ordentlich, aber der Held des Films ist ganz klar der Affe. Totalausfall ist hingegen Freida Pinto als Tierärztin und Love-Interest. So hart es klingt: Sie ist nur Lückenfüller, eine Art Beispieltext, der sagt, hier hätte eine echte Schauspielerin hingehört, aber leider hat irgendjemand vergessen, noch rechtzeitig eine zu besorgen. Tja, schade.

Fazit: Meine Erwartungen an Planet der Affen: Prevolution hätten kaum niedriger sein können. Um so begeisterter bin ich jetzt. Aber für den Fall, dass dieser krasse Gegensatz meine Urteilskraft getrübt haben mag, bremse ich mich in meinen Lobeshymnen lieber etwas. Fakt ist, der Film ist sehr ordentlich gemacht und mal ein netter Kontrast zu ideenarmen Materialschlachten wie Transformers 3 oder Green Lantern. Auch wenn man sich zugegebenermaßen erst mal mit dem Gedanken anfreunden muss, dass man einem Schimpansen dabei zusieht, wie er bis ins Detail einen Gefängnisausbruch plant. Das ist schon etwas verrückt. Ansonsten gibt es hier eine ganz klare Empfehlung von mir.

JUICEDblog Filmbewertung: ★★★★★★★★☆☆ 

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Bilder: 20th Century Fox

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Kommentare

  1. fschuetz meint:

    Unglaublich. Muss gestehen, ich war auch einer der ersten und heftigsten Kritiker. Aber auch die Reviews aus den USA waren ja schon mehr als positiv. Eine nette Abwechslung, mal nicht enttäuscht zu werden. Werde ihm also mal eine Chance geben… ;-)

    Gibt der Film eigentlich noch ne Fortsetzung her? Also, Prevolution Vol.2? Oder eher ein eigenständiger Film?

  2. Andreas meint:

    Aber Josch, es bleibt doch die Problematik, dass in Prevolution die Affen rebellieren, aber noch kein Raumschiff gestartet ist, oder?

  3. Josch meint:

    @fschuetz: Der Film gibt sicher noch ne Fortsetzung her. Am Ende von Prevolution siehst du, wie die Affen im Wald verschwinden und nach dem Abspann kommt auch noch eine Szene, die den Niedergang der Menschheit einleitet. Also da ist noch Potenzial für Teil 2. Außerdem hindert die Jungs von 20th Century Fox niemand daran, die alten Teile nochmal neu zu drehen.

    @Andi: Nein, ein Raumschiff ist noch keines gestartet. Aber wie gesagt: Der Film deutet am Ende die weitere Richtung an.

  4. Daniel meint:

    super artikel hat mir meinen stressigen arbeitstag gerettet :) Bin schon echt gespannt auf den Film! Weiß jemand von euch ob es den Film auch in 3D geben wird?

  5. Mathias meint:

    @ andreas.. wenn man den film ein bissel aufmerksam folgt, sieht man das im büro vom affenhaus im tv ein bericht kommt wo gezeigt wird, das der erste flug zum mars gestartet ist ;-)… das war quasi vor dem die affen rebelliert haben. und wenn man weiter aufmerksam schaut, da sieht man einen zeitungsartikel wo die schlagzeile heißt .. LOST IN SPACE…. (2 jungs liefern zeitung aus..

  6. Mathias meint:

    @ josch..das raumschiff ist gestartet ;-)

  7. Otto meint:

    @Andi&Josch: ———–ACHTUNG SPOILER—————————
    Im Film wird zwischendurch eine Nachrichtensendung gezeigt, in der man sieht, wie ein Raumschiff ins All startet, auf einer Mission zum Mars. Wenig spaeter fahren einige Jungen mit dem Auto eine Strasse entlang, um Zeitungen auszutragen. Die Headline lautet ” Lost in Space”. Somit wird angedeutet, dass die Rakete verloren geht.

  8. Dave meint:

    Was redet ihr alle?? Sicher ist ein Raumschiff gestartet, der erste Bemannte Flug zum Mars. Und dann stand auf den Zeitungen “Lost in Space”, das Raumschiff wird vermisst. Also wie beim alten Teil.
    Habt ihr geschlafen im Kino??

  9. Volkan Aydin meint:

    Ich fands einfach toll als der affe begann zu sprechen, und zwar mit NEIN, darauf hab ich gewartet, bin kein PdA fan doch hab ich mir letztens den dritten teil gesehen wo die affendame erwähnt das das erste wort der affen NEIN war, da sie es andauernd von den Menschen zuhören bekammen, und irgendwie macht dieser film auch die alten logischer, da dort behauptet wird das die Mesnchen affen als haustiere halten, was natürlich nicht stimmt, ausser natürlich bei Cäsar, der war das Haustier wovon die affen sprechen… echt toll der Film, hat spass gemacht

  10. Sabine meint:

    wahnsinns FIlm, klasse Effekte und super 3D Animationen. Für mich nach Avatar der Beste Film :))
    echt stark!!

    gruß
    sabi

  11. Chron2 meint:

    Die dann doch nicht vorhandene “Raumschiff Problematik” ist ja interessant. So ganz 100% ist die logische Geschichtenverschmelzung mit Teil 4 aber nicht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_vom_Planet_der_Affen

    Hier ist Caesar das Kind von Cornelius und Zira den intelligenten Affen aus der Zukunft. Da dieser Inhaltsbaustein der Affensage schon geändert wurde, würde ein Raumschiff was noch nicht gestartet ist, auch kein größeres Problem darstellen oder?

    Dazu noch das passende Infografikschnipselchen:
    http://movies.ign.com/dor/objects/14302830/rise-of-the-planet-of-the-apes/images/rise-of-the-planet-of-the-apes-20110802032456251.html?page=mediaFull

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