Nun ist es also zuende. Mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 ist der achte und letzte der „Harry Potter“-Filme angelaufen. Ein klein bisschen traurig macht mich das schon, schließlich haben auch mich diese Filme viele Jahre begleitet und jetzt ist es vorbei. So trenne ich mich mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge, denn der Abschluss der Reihe ist rundum gelungen und kann auch diejenigen zufrieden stellen, die auf Buchtreue pochen.
Damals in 2001, als mit Harry Potter und der Stein der Weisen unter der Regie von Chris Columbus der erste Teil in die Kinos kam, wollte ich zugegebenermaßen von Harry Potter nichts wissen. Dieser ganze Wirbel ging mir tierisch auf die Nerven, und außerdem lief im gleichen Jahr „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ an und das war nun wirklich nicht durch irgendeinen dahergelaufenen Zauberschüler zu toppen!
Dieser erste Teil war eigentlich eine recht fröhliche Angelegenheit; eine Riege großartiger britischer Schauspieler war dabei (Maggie Smith, der leider verstorbene Richard Harris, Alan Rickman) und man hatte so oft es ging an Originalschauplätzen (z. B. in der Universität von Oxford) gedreht, um Budget zu sparen. Trotz der erfolgreichen Romanvorlage war man eher verhalten optimistisch.
Aber natürlich wurde Teil 1 ein großer Erfolg, und so folgte 2002 Harry Potter und die Kammer des Schreckens (ebenfalls mit Chris Columbus als Regisseur). Die „Harry Potter“-Bücher waren mittlerweile ein Phänomen geworden, das vierte Buch war gerade erschienen und mit Kenneth Branagh als arrogantem Professor Gilderoy Lockhart hatte man einen Castingcoup gelandet. Trotz einiger düsterer Szenen (der Kampf mit dem Basilisk) ist Teil 2 doch einer der lustigsten Teile, besonders dank Lockhart, aber auch dank Rickmans sarkastischen Professor Snape.
Düsterer und stilvoller: Harry Potter und der Gefangene von Azkaban
2004 erschien Harry Potter und der Gefangene von Azkaban mit Alfonso Cuarón als neuem Regisseur. Dieser Film ist deutlich düsterer und stilvoller als seine beiden Vorgänger und konnte gerade mit Gary Oldman einen überaus beliebten Neuzugang aufweisen (ja, auch bei mir ist er sehr beliebt!). Man merkte auch den Hauptdarstellern an, dass sie mit jedem Film reiften und sicherer im Schauspiel wurden.
Tja, und eben diese ersten drei Filme habe ich nicht im Kino gesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich die gesamte Reihe erfolgreich boykottiert. Die Wende kam 2005, als ich einer Freundin zuliebe zusammen Teil 4, Harry Potter und der Feuerkelch, im Kino anschaute. Und ich war sehr begeistert von diesem Teil. Mit Brendan Gleesons Mad Eye Moody findet sich hier einer der besten Charaktere der Reihe, Mike Newells Inszenierung ist flott und ein Robert Pattinson hätte es sich wohl nie träumen lassen, vom netten, aber am Ende toten Cedric Diggory zum Untoten und gleichzeitig Lustobjekt der „Twilight“-Fangirlmassen zu werden… Jedenfalls war mit diesem Teil der Grundstein meines Fanseins gelegt.
Die anderen Teile wurden auf DVD gekauft und 2007 saß ich erwartungsvoll im Kino, um mir Harry Potter und der Orden des Phönix anzuschauen. David Yates zeigte bereits in seinem ersten (er drehte auch alle folgenden Teile und freut sich nun sicher, mal wieder was anderes zu machen) „Harry Potter“-Film, dass er ein gutes Gespür für die Reihe hat. Hier wurde es richtig dramatisch; ich hab im Kino mitgefiebert, Imelda Staunton als Dolores Umbridge gehasst wie die Pest, Gary Oldman als Sirius Black und natürlich auch weiterhin Alan Rickman angebetet, gejubelt, gelacht, mich aufgeregt. Natürlich alles in angemessener Lautstärke. ;)
In diesem Teil wurde auch klar: Keiner der Charaktere ist sicher. Man wird sich auch von besonders Liebgewonnen verabschieden müssen. Und das gefällt mir an Rowlings Geschichte eben so gut: Alles hat auch einen Preis; ein Sieg über Voldemort wird nicht ohne Verluste zu erreichen sein. Charaktere haben Fehler (meine Güte, was war Harry nervig in diesem Film – und im Buch war es noch schlimmer!), sie lernen dazu, sie wachsen und reifen innerlich.
Beziehungsverwicklungen: Harry Potter und der Halbblutprinz
Irgendwann zwischen Teil 5 und Teil 6 habe ich dann auch alle Bücher gelesen. Fanfiction hatte mich neugierig gemacht und nun wollte ich doch wissen, was alle an den Büchern so toll fanden (außer, dass Snape mehr Szenen hatte). Und so las ich sie alle. Ging auch wunderbar, nur Buch 5 hätte ich gern hin und wieder an die Wand geschmissen (ging aber nicht, es war nur ausgeliehen…)!
2009 wusste ich daher genau über alle Hintergründe Bescheid, als Harry Potter und der Halbblutprinz in die Kinos kam. Für mich lag hier das Augenmerk zu sehr auf den Beziehungsverwicklungen zwischen Ron, Hermine, Lavender, Harry, Ginny… Natürlich gab es auch sehr ernste Szenen, nur war mir der Kontrast zu stark, vor allem zwischen den ersten anderthalb Stunden zumeist fröhlichem Gekicher und Geflirte und der letzten halben „Wow, die Kacke ist am Dampfen!“-Stunde. Dennoch habe ich mich sehr gut im Kino amüsiert und setzte meine Hoffnungen auf ein großes episches Ende.
Zum Glück wurde ich nicht enttäuscht! 2010 fand ich mich in einem überfüllten Kino wieder, um mir den vorletzten Teil anzuschauen, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1. Dieser Teil handelt im Grunde all das ab, was sich im Buch ziemlich in die Länge zieht: Harry und seine Freunde sind auf der Flucht vor Voldemorts Todessern und gleichzeitig auf der Suche nach den blöden Horcruxen, ohne wirklich zu wissen, wo sie sie finden sollen. Das hat viel zielloses Herumwandern zur Folge, was sich anstrengend liest, aber doch halbwegs okay anzuschauen ist.
Es gibt ja immer noch so großartige Szenen wie in Godric’s Hollow, die genau so unheimlich inszeniert ist wie sie im Buch rüberkommt, oder die wunderschön-kreativ animierte Sequenz über das „Märchen von den drei Brüdern“. Und ja, ich habe in diesem Film geheult. Allerdings nicht bei Dobbys Tod (den konnte ich nämlich noch nie leiden), sondern als Harry der Hirschkuh-Patronus erscheint. Zum Glück bin ich nicht komplett in Tränen ausgebrochen, aber zu wissen, was dahintersteckt… da kann man schon mal sentimental werden.
Das große Finale: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2
Damit wären wir im Hier und Jetzt angekommen. 2011, das große Finale. Und was für eines! Daniel Radcliff, Emma Watson und Rupert Grint habe sich wirklich als Schauspieler gemacht, insbesondere Radcliff liefert im letzten Teil seine beste Leistung ab. Ich hatte befürchtet, ein heulendes Wrack zu werden, da ich beim Buch gegen Ende meistens in Tränen aufgelöst war.
Leider kann ich euch damit aber nicht dienen: Nicht nur, dass ich ja bereits auf die Geschehnisse vorbereitet war („Wow, jetzt kommt die Szene!“), nein, es setzte auch der Kinoeffekt ein: Wenn andere Zuschauer anfangen zu weinen, kann ich nicht mehr richtig weinen, weil ich immer ein wenig lachen muss. Und dieses Mal war es genauso. Es gab eine – zugegeben ziemlich auf Tränendrüse drückende – Szene, bei der einige Zuschauer(innen, jaja) wirklich laut losheulten. Irgendwie war das aber passend, schließlich war es das Ende der „Harry Potter“-Reihe. Das bedeutete Abschied nehmen von zehn Jahren gut gemachter Unterhaltung. Schön, dass es ein wirklich episches Ende wurde. Ein Ende, wie es sein muss.


Schade, dass Harry Potter nun vorbei ist – die Bücher und die Filme waren mit das Beste was den Kids weltweit in den letzten Jahren passiert ist.
Ja, das stimmt. So viele Kinder sind mit diesen Büchern (und dann auch mit den Filmen) aufgewachsen; es ist einfach schön zu sehen, wie gut geschriebene Geschichten Millionen bewegen können.
Den Fans bleibt jetzt immerhin Pottermore.:)
Das (fast) einzig Tragische an der Story ist, dass Sirius nie über Snapes wahr Absichten aufgeklärt wird. Oder doch? Großartige Schauspieler. Schade, dass die beiden nicht einen coolen gemeinsamen Showdown hatten und ein paar Todesser aufgemischt haben…fand die beiden Charaktere mit am coolsten, sowohl in den Büchern, als auch in den Filmen. ;-)
@ fschuetz: Hm, soweit ich weiß, kann das weder in den Filmen noch in den Büchern passiert sein. Ich glaub auch nicht, das die beiden jemals so etwas ähnliches wie Freunde werden könnten, aber wie war das noch? “Der Feind meines Feindes ist mein Freund”. *g*
Snape ist ja nicht umsonst des beliebteste Charakter der Reihe. Und Sirus ist auch in jeder Umfrage weit oben. :)
Tja, da wird man ja doch ein wenig nostalgisch, hach ja. Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals mit einer Freundin im ersten Potter-Film “gelandet” bin. Und eigentlich nur rein zufällig. *g* Schon ein komisches Gefühl, dass jetzt nichts mehr Neues kommt, auf das man warten kann. Insofern ist da schon eine kleine Träne im Knopfloch mit dabei…oder sagen wir, ein wenig ein Bedauern.
Andererseits ist es sicher auch gut so. Es hat einen guten und runden Abschluss gefunden und wenn die Potter-Reihe jetzt noch mal 10 Jahre weiter gehen würde, hm…ich glaub’ , das wäre auch nicht so das wahre^^. Bei den älteren Schauspielern, die aber wichtige Charaktere besetzen, bestünde die Gefahr, dass die irgendwann dann doch nicht mehr dabei sind, weil sie aus Altersgründen nicht mehr können oder evtl. sogar innerhalb eines solchen Zeitraums das Zeitliche segnen. Und für die Jungschauspieler ist es sowieso besser. Es wird ohnehin schwierig genug für den ein oder anderen, sich von dem jeweils dargestellten Charkter betreffend zukünftiger Fimobjekte gut zu befreien.
Ich denke schon mit Graus an irgendwelche zukünftigen Remakes, mit denen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in spätestens 15-20 Jahren zu rechnen ist. *grusel*
War ne schöne Zeit und hat einen tollen Abschluss bekommen. :)
P.S.
Jut jemacht. ;-)
Danke. *g* Ein wenig wehmütig ist man schon, aber du hast natürlich absolut recht: Es hier gut sein lassen ist absolut richtig, schon allein aufgrund der jungen Schauspieler, die sich mittlerweile sicher gerne in anderen Rollen beweisen wollen (und es schwer genug haben werden, nicht nur auf diese Rolle reduziert zu werden).
Ich hoffe sehr, dass es keine Remakes geben wird. Wozu auch? Es ist schon gut so wie es ist, obwohl natürlich viele Details etc. fehlen oder geändert wurden. Es gibt ja längst nicht von allen Filmen Remakes, selbst dann nicht, wenn Hollywood so überhaupt gar keine Ideen mehr hat (sonst hätte man doch “Star Wars” mittlerweile auch “remaken” müssen anstatt unausgegorene Prequels auf die Fans loszulassen). Ich hoffe, dass es hier genauso sein wird. ebenso z. B. “Der Herr der Ringe”, “Indiana Jones” oder die “Pirates”-Filme: Die sind in sich so _gut_, dass ein Remake sinnlos erscheint. Fortsetzungen, Spin Offs, Prequels, okay. Aber die eigentlichen Filme? Ich bin optimistisch und sage: Unwahrscheinlich.