Alles über Augmented Reality, Trend des Jahres 2010: Videos, Artikel, Links und Zitate

Manche Dinge versteht man am besten, wenn man sie sieht. So auch Augmented Reality. Allen anderen sei gesagt: Augmented Reality (kurz: AR) heißt “Erweiterte Realität” und steht für die Vermischung von virtueller und reeller Welt. Anwendung findet es derzeit insbesondere bei videofähigen Handys oder Smartphones; allen voran solche, die auf Android-basierte Betriebssysteme setzen oder auf den Namen iPhone hören.

Genug der langen Reden, hier nun die (hoffentlich) selbsterklärenden Bewegtbilder:

1. Ausblick in eine mögliche Zukunft


(via | footage)

2. Layar, der erste mobile Augmented Reality-Webbrowser

3. U-Bahn-Stationen in New York dank acrossairs Augmented Reality-App für das iPhone 3GS

4. Augmented ID für Gesichtserkennung des schwedischen Software-Unternehmens TAT

Trawlix News Blog:

Die App arbeitet mit der flickr-Gesichtserkennungstechnologie von Polar Rose und bringt (unterschiedliche) Profile, wie z.B. das Berufs-Profil oder das Party-Profil eines Nutzers – gemeinsam mit selbst konfigurierten Kontaktdaten (z.B. Facebook) – auf das Video-Interface des iPhones. Dabei entscheiden die “sendenden” Nutzer selbst, welche Profile mit ihrem Gesicht aktuell gezeigt werden.

(#2,3,4 via Jeff Jarvis auf Buzzmachine.com [dort sagt er in einem Video auch seine eigene Meinung dazu])


Markus Caspari von DigitalStrategyBlog.com zu diesen Entwicklungen (Hervormerkungen von mir):

Augmented Reality wird die Medienwelt nachhaltig verändern. Augmented Reality eröffnet zahlreiche Paid Content Geschäftsmodelle, an die vor einigen Jahren noch niemand gedacht hat. Gerade durch die Verbindung mit dem Mobiltelefon, bei dem die Nutzer erfahrungsgemäß ohnehin eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft für konkrete Mehrwerte aufweisen als bei “herkömmlichen“ Internetapplikationen, eröffnen sich dadurch in meinen Augen gerade für viele Medienunternehmen in den B2C-Märkten grandiose Möglichkeiten zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle und zur Umsatzgenerierung.

Auch er sieht Augmented Reality als einen der großen Trends 2010 an:

Augmented Reality wird eines der Buzzwords in 2010. Die neuen Möglichkeiten sind immens (…). Begünstigt wird diese Entwicklung durch den zuvor genannten Trend „Location Based Services & Mobiles Internet“. Vorstellbar wären auch Mashups von Foursquare oder Gowalla mit einer Augmented Reality Applikation – die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm.


5. Recognizr: Ein (Android-)Prototyp basierend auf dem Augmented ID-Konzept, ebenfalls von TAT

6. Augmented Reality – Die Zukunft der Ausbildung(?)


(via | oder)


Bereits 2006 und 2007 war die Verschmelzung von virtueller und reeller Welt ein großes Thema:

July/August 2007
Second Earth

The World Wide Web will soon be absorbed into the World Wide Sim: an environment combining elements of Second Life and Google Earth.

Und 2010 gab es passend dazu den weltweit ersten Augmented-Reality-Flashmob am Dam Square in Amsterdam:

Bild: sndrv.nl/ARflashmob/

In Anlehnung an die praktisch auf jedem größeren Marktplatz oder jeder belebteren Fußgängerzone posierenden “Human Statues” (oder “Living Dolls”) wird Veenhof virtuelle Figuren “aufstellen”, mit denen sich die Teilnehmer des Mobs fotografieren lassen können. Hierzu wird er spezielle Augmented Reality-Tags (im Grunde nichts anderes als übergroße QR-Codes) auf dem Boden verteilen, die dann beim Betrachten durch das Objektiv einer Handy-Cam unterschiedlichste Figuren zum Vorschein bringen.

Wie das in der Realität aussah, könnt ihr euch hier zu Gemüte führen. Zur Webseite der Veranstalter geht es hier.


7. Bionic Eye für das iPhone 3GS mit Augmented Reality

8. AndAR – Android Augmented Reality


Weitere Anwendungsbeispiele:

9. Digilog Book: 3D hält jetzt auch Einzug ins Bilderbuch


(via)

E-Books? Tablets? Reader? Pah! Papier, Druckerschwärze und 3D – das ist die Zukunft! Im Zuge des Mehrdimensionenbooms, der in Kinos, auf Konsolen und unseren Fernsehern mit voller Macht zuschlägt, kommen Wissenschaftler auf immer neue Ideen. (…) Im Mittelpunkt stehen ein Buch und eine Brille, mit der sich Dinge sehen lassen, die anderen verwehrt bleiben. Digilog basiert nicht auf dem Prinzip der Virtual Reality, bei dem alles Optische künstlich ist, sondern setzt auf Augmented Reality: Der Hintergrund ist echt, alles andere steuert eine Software bei.

Ob das tatsächlich ein zukunftsfähiger Markt ist?

Laut Reuters wurden auf diese Weise bereits zwei Kinderbücher (“The Temple Bell” und “Hongkildongjeon”) fix und fertig präpariert: inklusive Drachenfauchen, Schwertkämpfen und Schiffsfahrten. Neben der bestechenden Optik bietet Digilog auch erstklassigen Sound

10. Augmented Reality im Schminkkoffer: Shiseido präsentiert den ‘Digital Cosmetic Mirror’

Bei diesem Spiegel handelt es sich (…) um ein kleines Helferlein für Damen. Dessen Clou besteht nun aber darin, dass er ihnen das Ausprobieren von Kosmetika erlaubt, ohne diese aber tatsächlich im Gesicht auftragen zu müssen. (…) Der Spiegel ist kein echter Spiegel, sondern eine Kombo aus Monitor und darüber angebrachter Videokamera. Diese scannt in einem ersten Schritt das Gesicht der Frau und zeigt es dann auf der linken Hälfte des Monitors als Bewegtbild an. Auf der rechten Seite erscheinen Vorschläge für Make-Up-Produkte.

11. Deep Green & Augmented Reality Pool: Der intelligenteste Billard-Tisch ist ein Spielverderber


(via)

Der Roboter kann das Queue (…) selbst bedienen und natürlich auch die Bälle neu sortieren. Alternativ greift der Spieler selbst zum Stock und verlässt sich auf die vorberechneten Laserbahnen, die Deep Green ihm in Echtzeit anzeigt.

12. Print is not dead! It is augmented instead: RTL Annual Report mit Augmented Reality


(via)

13. Look, out there: augmented reality! Winscape Intro


(via
)

Software/Apps für AR:

Weitere Videos

Weitere Artikel

Abschließend zwei Zitate zur wirtschaftlichen Bedeutung von Augmented Reality für die Medien:

“Augmented Reality(AR): Adding Information to Our View of the World, handheld platforms will transform the AR ecosystem, with revenue associated with AR growing from about $6 million in 2008 to more than $350 million in 2014.” ABI Research, Oct 2009

Augmented Reality is identified as one of the top ten most disruptive new technologies for 2008-2012 by Gartner Research and is expected to be used by more than 30% of the mobile workforce by 2014.
Gartner 2009

Kommentare

  1. Dick meint

    Ich sah jetzt 1, 2, 11 – ich bin äußerst beeindruckt. Gerade das erste ist ja Wahnsinn (wenn auch noch Zukunftsmusik). Wie in 1. dargestellt wird es aber noch etwas dauern. An einem unserer Lehrstühle wird in die Richtung geforscht, aber das ist schon noch ein gutes Stück weit weg davon. Das Video 2 schien aber stand der Technik zu sein – nicht schlecht. 11 ist für mich besonders interessant, da es auch Robotik integriert: Verschmelzung von Mensch und Maschine. Der Traum der Mensch-Maschine-Kommunikation-Forschung. Haptik etc. wird bei an einem anderen Lehrstuhl viel betrieben, ebenso Service-Roboter (siehe “I Robot”). Bin mal gespannt – sowohl im positiven wie im negativen (Befürchtungen) Sinne.

  2. meint

    Ich empfehle noch #5,6,9,13 ;) Und ja, Augmented Reality ist in der Tat beeindruckend. Das zweite Video ist tatsächlich schon heute möglich und nutzbar und steht mit dem Potential erst ganz am Anfang. (Auch #3,4,5,7,8 sind heute schon nutzbar, andere sind zwar technisch gesehen möglich, aber noch nicht auf dem Markt)

  3. Daniel meint

    Der deutsche Augmented Reality Blog http://www.augmentedrealityblog.de berichtet aktuell über das erste deutsche Augmented Reality Musivideo der Band Saint Aside http://www.saintaside.com . Das Leipziger Unternehmen AUGMEDIA – Virtual Reality Marketing entwickelte das AR Musikvideo und unterstützt die PR arbeit. Ein Preview finden Sie im Augmediamarketing Kanal auf YouTube – http://www.youtube.com/user/Augmediamarketing . Alle Infos zum Unternehmen auf http://www.augmedia.de .

  4. meint

    Vielen Dank für die vielen Beispiele. Ich habe im Rahmen unseres Social Media-Projektes an der Hochschule einen ersten Beitrag über die AR-Brille geschrieben, die in Helsinki entwickelt wurde. http://socialmedia.kkandk.de/2011/01/16/social-stalking-traue-niemandem-mit-sonnenbrille
    Ein Brille, die mittels biometrischer Gesichterkennung automatisch personenbezogene Daten aufrufen kann. So könnte man im Vorbeigehen Passanten “scannen” und Ihre Facebook-Profile anschauen.

    Zukunftsmusik, die hoffentlich so nicht eintritt. Aber viele andere Anwendungen hätte ich gerne heute schon.

  5. meint

    @ Pat: Gerne! Und Danke auch für den Hinweis. Das klingt schon ein wenig gruselig, muss ich gestehen. Facebook-Profile im Vorbeigehen checken?

    Leider vermute ich, dass das wirklich einigen Leuten gefallen wird – und sich so etwas ähnliches langfristig durchaus etablieren könnte.

  6. meint

    Schicker Artikel. Ich denke 2013 wird das Jahr der Augmented Realitiy werden. Ein paar Möglichkeiten kann ich kaum erwarten, ein paar andere Sachen müssen nicht unbedingt umgesetzt werden. Ich glaube aber schon, dass AR dieses Jahrzehnt noch ordentlich beeinflussen wird.

    Beste Grüße
    Jörg

  7. meint

    Schon 2011 hat man geglaubt, dass es das Jahr der Augmented Reality wird. Was lässt dich glauben, dass es dieses Mal tatsächlich 2013 wird? Und: Auf welche Möglichkeiten freust du dich schon?

  8. meint

    Das hat mehrere Gründe. Ich denke, im Vergleich zu 2010, sind die
    Ausgabegeräte inzwischen brauchbarer und erschwinglicher. Unternehmen wie
    Google und Microsoft arbeiten mit Hochdruch an den AR-Brillen und auch
    Frauenhofer forscht weiter an den Steuerrungsmöglichkeiten der eigenen
    Brille. Momentan wird AR erstmal im Wahlkampf eingesetzt. IKEA hat seinen
    aktuellen Katalog mit AR versehen (meines Wissens immerhin das
    meistgedruckte Schriftstück der Welt), die Spieleindustrie (Sony,
    Ravensburger, etc) ist aufgesprungen.
    Das sind für mich klare Anzeichen. Insbesondere die Verbindung aus Brille in
    Marktreife und Spieleindustrie, wird einen entscheidenen Beitrag dazu
    leisten. Die Usability hat sich auch bei der Erstellung von AR in den
    letzten Monaten stark verbessert. Und ein weiteres klassisches Anzeichen
    für Deutschland: Die großen Automobil-Konzerne setzen weiterhin auf die
    Technologie und haben einige sehr spannende Entwicklungen in den Schubladen.
    Viele technische Neuentwicklungen setzten bereits ganz selbstverständlich
    auf AR als Ausgabemedium auf.
    Fehlt eigentlich nur noch die Porno-Branche als Fortschrittsindikator. ;)
    Gespannt bin ich persönlich auf die Umsetzungen im Bereich
    Wissensvermittlung, Ausstellungen und Kunstprojekte.

    Vielleicht schreibt aber auch jemand 2015 in diesen Thread den gleichen Text
    und wir fragen dann gemeinsam, was der Unterschied zu 2011 und 2013 ist. ;)

    Beste Grüße
    Jörg

Trackbacks/ Pingbacks

Gib deinen Senf dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *