Plattenzeit_05: Justice, Daft Punk und Tim Bendzko

Nach dem relativen ruhigen April geht es im Mai in die Vollen. Da ab Juni die Festivalsaison in ganz Europa startet, gibt es unglaublich viele Veröffentlichungen, auf die lange und sehnsüchtig gewartet wurde. Mit Justice und Daft Punk führen zwei Franzosen das Feld an. Unsere deutschen Ausnahmekünstler Tim Bendzko und die Sportfreunde Stiller lassen ebenfalls etwas Neues von sich hören. Der JUICED-Tipp des Monats: The National!


Justice – Access All Arenas

Wo Justice ist, da knallt es, da bleibt kein T-Shirt trocken. Das französische DJ-Duo bestehend aus Gaspard Augé und Xavier de Rosnay ist mit seiner Mischung irgendwo zwischen Electro, French House und sogar Rock’n’Roll kaum noch von einer Tanzfläche wegzudenken. Ich selbst war im vergangenen Jahr auf einem Konzert der Welttournee – das war der absolute Kracher! Jetzt veröffentlichen die Franzosen einen Live-Mitschnitt aus Nimes, der die Tour darstellen soll. Ich habe schon einmal reingehört und kann sagen: Absoluter Wahnsinn. VÖ: 3. Mai (Ed Banger Records)

Daft Punk – Random Access Memories

Die zweiten Franzosen und das zweite Mal Access im Titel – irgendwie ist es der französische Mai auf dem Musikmarkt. Und dabei ist das Album so etwas wie das meist herbeigesehnte Stück Musik der letzten Jahre. Ganze acht Jahre ist es her, dass Daft Punk ihr letztes Studioalbum veröffentlicht haben. Die Fans des Duos, das stets mit Masken auftritt, sodass die Musiker nicht erkannt werden, mussten also lange warten. Und die Rückkehr erfolgte mit einem absoluten Knall. Die Single „Get Lucky“ gemeinsam mit Pharell und Nile Rodgers sorgte für den ersten Nummer Eins-Hit der Bandgeschichte. In Frankreich, England und der Schweiz erreichten die Electro-Künstler die Pole Position. Der Sound ist dabei sehr funkig, weniger elektronisch als Vorgängersongs. Der komplette Langspieler wird mit Sicherheit ebenfalls Rekorde brechen. VÖ: 17. Mai (Sony)

The National – Trouble Will Find Me

Seit 1999 machen The National jetzt schon zusammen Musik. Die Indie-Rocker aus Cincinnati, Ohio haben bislang schon fünf Alben veröffentlicht, die erste Top-100-Platzierung erreichte die fünfköpfige Gruppe aber erst mit dem vierten Album „Boxer“ im Jahr 2007. Hut ab, wenn man sich nicht kleinkriegen lässt und immer weitermacht. Das letzte Album „High Violet“ schlug vor drei Jahren dann so richtig ein. Platz 3 in den USA, Platz 5 in England und Platz 10 in Deutschland. Jetzt veröffentlichen The National ihr sechstes Studioalbum „Trouble Will Find ME“ und ein Gehimtipp sind die Amerikaner schon lange nicht mehr. Die Single „Demons“ lässt ahnen, in welche Richtung es geht. Die tiefe Stimme von Matt Berninger steht wie immer im Fokus, darum baut sich ein Klanggerüst aus Gitarren, Bass und Keyboards. Gute Musik! Deshalb sagen wir aus der JUICED-Redaktion: Unbedingt in diese Scheibe hören! VÖ: 17. Mai (4ad/Beggars Group)

Tim Bendzko – Am seidenen Faden

Hach ja, der Traum-Schwiegersohn ist wieder da. Nach dem unglaublich erfolgreichen ersten Album „Wenn Worte meine Sprache wären“ vor zwei Jahren veröffentlicht der Teenie-Schwarm mit „Am seidenen Faden“ seinen zweiten Langspieler. Und will damit wahrscheinlich „nur noch kurz die Welt retten“. Ich bin ja immer geteilter Meinung über solche Teenie-Stars. Ich finde den Hype um allenfalls mittelmäßige Musik immer ganz schlimm, aber bei Tim Bendzko muss ich sogar mal für ihn sprechen. Das ist nicht 08/15, da steckt schon etwas mehr Herz dahinter. Zumal Bendzko doch wirklich ein sympathischer Kerl zu sein scheint. Die gleichnamige Single zum Album ist mir dagegen etwas zu lasch. Ja, ganz nett anzuhören, aber der Pepp, der zum Beispiel „Nur noch kurz die Welt retten“ auf Platz 2 der Charts hievte, fehlt mir. Aber das Album bringt wahrscheinlich alles mit, um ganz vorne in den Charts zu landen. VÖ: 24. Mai (Sony)

Sportfreunde Stiller – New York, Rio, Rosenheim

Für mich sind sie ja so etwas wie der Thomas Müller des Musikgeschäftes. Klar, die „Sportis“ machen schon deutlich länger Musik als Müller beim FC Bayern spielt, aber in ihrer Art sind sie genauso unkonventionell. Die Sportfreunde Stiller machen wunderschöne Songs – nicht zuletzt das Unplugged-Album von 2009 beweist das – und sind eine super lustige Truppe, kommen jedoch nicht rüber wie die filigransten aller Musiker – so wie Thomas Müller eben auch. Viel mehr gibt es auch nicht zu sagen. Die letzten Studioalben La Bum (Platz 1), You Have to Win Zweikampf und Burli (jeweils Platz 2) räumten sowieso schon ab – das wird auch jetzt nicht anders sein. Die Single „Applaus, Applaus“ ist eine klassische Sporti-Nummer mit Ohrwurm-Charakter. In diesem Sinne: Applaus, Applaus für das nächste tolle Album. VÖ: 26. Mai  (Universal Music)

So viel mehr

Es passiert aber noch deutlich mehr. Am 3. Mai erschienen die Alben von Rod Stewart „Time“ und Joe Satriani „Unstoppable Momentum“. Am 10. Mai erscheint Agnetha Fältskogs „A“. Und zum Monatsabschluss kommen noch einmal zwei Highlights auf den Markt. Mit Xavier Naidoos „Bei meiner Seele“ und „…Like Clockwork“ von den Queens of the Stone Age stehen zwei Kracher am 31. Mai im Regal.

Kommentare

  1. Kelaja meint

    Applaus, Applaus habe ich in die Tage das erste Mal im Radio gehört und seitdem läuft es bei mir fast täglich. Das Lied ist echt genial.Und oky, ich gebe es zu, ich bin Sporti Fan ;-) Den vergleich mit Müller finde ich sehr passend =) Sie treffen nicht immer alle Töne, aber ich finde ihre Texte einfach genial und die Musik ist fröhlich eingängig. Ich freue mich nach der langen Wartezeit inzwischen sehr auf das neue Album. Noch heute höre ich liebend gerne das Unplugged Album (am liebsten die Live Version aus NY von MTV).

  2. meint

    So, jetzt auch endlich mal die Lieder angehört. Applaus, Applaus geht echt gut ab – könnte der neue Sommerhit werden (so er denn kommt [der Sommer]).

    Das Lied von Tim Bendzko gefällt mir auch richtig gut und was The National anbelangt: Die tiefe Stimme von Matt Berninger ist echt wahnsinn!

    Was in der Top 5 aber absolut fehlt, ist Brushy One String – Chicken in The Corn. ;)

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